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Reem darf für immer bleiben

Rostock Reem darf für immer bleiben

Das Mädchen, das in Rostock vor Kanzlerin Merkel in Tränen ausgebrochen war, bekommt unbegrenztes Aufenthaltsrecht.

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Reem Sahwil selbstbewusst im Jahr 2017: Das palästinensische Mädchen gibt mit 17 bereits ihre Autobiografie mit dem Titel „Ich habe einen Traum“ heraus.

Quelle: Foto: Susanne Krauss

Rostock. Für die 17-jährige Reem Sahwil wird ein Traum wahr – und sie weiß es noch nicht einmal: Das in Rostock lebende palästinensische Flüchtlingsmädchen, das vor zwei Jahren vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Tränen ausgebrochen war und damit weltbekannt wurde, darf für immer in Deutschland bleiben.

 

OZ-Bild

Reem 2015: Aus Sorge um ihre Zukunft in Deutschland bricht sie vor Merkel in Tränen aus. BILD: NDR

Als die OSTSEE-ZEITUNG ihr gestern die frohe Nachricht überbrachte, war Reem ganz überrascht und wollte es auch noch nicht richtig glauben: „Solange ich es nicht schwarz auf weiß habe, sage ich nichts dazu.“ Vielleicht sollte sie mal in den Briefkasten schauen: Nach Angaben der Rostocker Stadtverwaltung war Anfang dieser Woche der entsprechende Brief verschickt worden.

Daraus geht hervor, dass die 17-Jährige eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis erhalten hat. Sie sei damit sicher vor einer Abschiebung, hieß es aus dem Rathaus. Den gesetzlich festgelegten Regularien zufolge seien damit auch ihre Eltern davor geschützt. Die sogenannte Niederlassungserlaubnis sei auch eine Voraussetzung für eine spätere mögliche Einbürgerung des fließend Deutsch sprechenden Mädchens. Im Oktober wäre die vorläufige Aufenthaltserlaubnis abgelaufen.

Ihr Auftritt in einer Diskussionsrunde mit Merkel in ihrer Rostocker Schule hatte auch die damals 14-jährige Reem im Juli 2015 in die Schlagzeilen katapultiert. Sie hatte der Kanzlerin mit bewegenden Worten von ihrem Schicksal und dem ihrer Familie berichtet. Als Merkel antwortete, dass Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen könne, fing Reem an zu weinen. Merkel versuchte zu trösten und streichelte sie. Im Internet war kurze Zeit später ein Sturm der Entrüstung und Häme über die nüchterne, angeblich kaltherzige Antwort Merkels ausgebrochen. Reem hatte dagegen immer positiv über die Kanzlerin gesprochen, die sie danach auch in Berlin besuchte.

Zwei Monate nach der berühmt gewordenen Szene mit Merkel hatte die Hansestadt Rostock Reem und ihrer Familie eine befristete Aufenthaltserlaubnis erteilt. Zuvor war die Familie Sahwil nur geduldet und hätte theoretisch jederzeit abgeschoben werden können. Allerdings hatte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) damals erklärt, die Stadt würde einen Abschiebungsbescheid nicht umsetzen.

Unter dem Titel „Ich habe einen Traum – Als Flüchtlingskind in Deutschland“ hat Reem vor wenigen Wochen eine Autobiografie veröffentlicht. Damals sagte Reem im OZ-Interview: „Der Titel steht nicht allein für den einen Traum. In Deutschland zu bleiben, zu studieren, ein sicheres Leben zu führen, das sind ein paar meiner Träume. Das Buch soll auch allen in einer ähnlichen Situation Hoffnung geben.“ Zuletzt sprach Reem am vorletzten Freitag in der WDR-Fernsehsendung „Kölner Treff“ über ihr Leben in Deutschland.

Flüchtlinge in MV

1908 Flüchtlinge kamen laut Schweriner Innenministerium im ersten Halbjahr 2017 nach Mecklenburg-Vorpommern. Ende Juli lebten im Land insgesamt 6773 Asylbewerber mit laufendem Verfahren sowie 1495 ehemalige Asylbewerber, die geduldet werden und 12188 anerkannte Flüchtlinge.

280 Flüchtlinge wurden im ersten Halbjahr aus MV abgeschoben. Im Vorjahreszeitraum waren es 469.

Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 waren 19000 Asylbewerber in MV registriert worden. Ein Hauptziel war Rostock, von dort fuhren viele Flüchtlinge per Fähre weiter nach Schweden.

2016 wurden noch 7300 gezählt.

Axel Büssem und Joachim Mangler

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