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MV aktuell Reformationstag: Bäcker in MV dürfen für 5 Stunden verkaufen
Nachrichten MV aktuell Reformationstag: Bäcker in MV dürfen für 5 Stunden verkaufen
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11:25 30.10.2018
In der Bäckerei Junge in Rostock verkauft Mitarbeiterin Katharina Krüger (39) speziell zu Halloween Vanillemonster und Schokospinnen. Quelle: Dietmar Lilienthal
Rostock

Schnell noch Brot, Brötchen und Croissants am Reformationstag kaufen: Immer mehr Bäckereien in Mecklenburg-Vorpommern öffnen auch an Sonn- und Feiertagen ihre Filialen. „Diese Tage sind für die Umsätze der Unternehmen sehr wichtig geworden“, betont der Geschäftsführer der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord, Heinz Essel. Denn: „Viele Kunden möchten auch sonntags frisches Backwerk haben.“

An Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen denken

Darauf reagieren die Unternehmen. Etwa die Bäckerei Junge. „Die Kunden erwarten, dass wir an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben“, erklärt Sprecher Gerd Hofrichter. „Deutlich mehr als die Hälfte“ der 67 Filialen in MV (rund 1000 Mitarbeiter) verkaufen demnach mittlerweile an diesen Tagen ihr Backwerk. Vor allem touristische Standorte und Innenstadtlagen seien dafür geeignet. Hofrichter: „Allerdings müssen wir dabei die Interessen der Mitarbeiter beachten.“ Was oft eine Herausforderung sei. Am Reformationstag bieten die Junge-Filialen dem Halloween-Grusel entsprechende Angebote: Schokospinne und Vanille-Monster – Hefeteig mit schwarzer oder weißer Schokolade überzogen.

Die Mecklenburger Backstuben GmbH lockt zu Halloween mit „schaurig-köstlichen Halloween-Berlinern“, teilt Geschäftsführerin Christina Kohn mit. Von den 57 Filialen in MV und Brandenburg (618 Mitarbeiter) habe etwa die Hälfte an Sonn- und Feiertagen geöffnet – einige Filialen den Angaben zufolge gar „an 365 Tagen im Jahr“. Über die Umsätze speziell an diesen Tagen können weder Junge noch die Mecklenburger Backstuben konkrete Angaben machen. Das komme auf den jeweiligen Standort an. „Manche Filialen machen stärkere, manche schwächere Umsätze“, so Hofrichter.

Ungleiche Wettbewerbsbedingungen

Maximal fünf Stunden dürfen Bäckereien im Nordosten an Sonn- und Feiertagen öffnen. Die Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord kritisiert die Begrenzung. „Das führt zur Wettbewerbsverzerrung“, sagt Heinz Essel. So hätten sich viele Tankstellen längst zu „Mini-Supermärkten“ entwickelt, die unter anderem Backwerk anbieten. „Und das 24 Stunden täglich“, so Essel.

Zudem seien je nach Bundesland unterschiedliche Öffnungszeiten erlaubt, in Niedersachsen beispielsweise nur drei Stunden. „Die Zeiten sollten bundesweit einheitlich geregelt werden“, betont Essel. „Einen solchen Flickenteppich verstehen weder die Bäcker noch ihre Kunden.“

Großes Durcheinander bei Öffnungszeiten

Bäckereienin Mecklenburg-Vorpommern dürfen laut Gesetz maximal für fünf Stunden ihre Filialen an Sonn- und Feiertagen öffnen. Diese Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Das Durcheinander wird von der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord heftig kritisiert. So darf beispielsweise am Pfingstmontag in Hamburg und Bremen kein Verkauf stattfinden, während die Filialen in MV im Zeitkorridor von 7 bis 16 Uhr fünf Stunden lang öffnen dürfen. In Niedersachsen dürfen Bäcker an dem Tag drei Stunden öffnen, in Orten, in denen die niedersächsische Bäderregelung gilt, aber acht Stunden.

Die großen Unternehmen öffnen – die kleinen eher nicht

Meist sind es die größeren Unternehmen, die die Sonntags- und Feiertagsöffnungen personell stemmen können. In Rostock bleibt beispielsweise der Grubenbäcker an diesen Tagen geschlossen. „Wir sind nur ein kleiner Betrieb. Für uns würde es sich nicht lohnen, auch sonntags zu öffnen“, sagt eine Mitarbeiterin. Auch sonnabends hat der Grubenbäcker lediglich bis 11 Uhr geöffnet, dafür aber bereits ab 6 Uhr für Frühaufsteher.

In Bad Doberan bleibt etwa die familiengeführte Bäckerei Braun „grundsätzlich am Reformationstag geschlossen“, heißt es.

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