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Rehjagd: Leser zwischen Empörung und Verständnis

Rehjagd: Leser zwischen Empörung und Verständnis

Rostock. Wegen einer Jagd auf Rehe wird die Autobahn 20 am Samstag zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz (Landkreis Rostock) von 11 bis 14 Uhr voll gesperrt.

Rostock. Wegen einer Jagd auf Rehe wird die Autobahn 20 am Samstag zwischen den Anschlussstellen Dummerstorf und Sanitz (Landkreis Rostock) von 11 bis 14 Uhr voll gesperrt. Grund ist eine Verkehrsgefährdung durch die Tiere, teilte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. So sollen ein bis zwei Jäger auf einem Räumfahrzeug des Straßenwinterdienstes den Autobahnabschnitt abfahren und von dem rollenden Hochsitz aus sechs Rehe erlegen. OZ-Abonnenten diskutieren heftigst.

So schreibt Fred Siebrecht per Leserbrief: „Wie ist das denn möglich? Die Schonzeit für Rehe ist am 1. Mai beendet und dann sind auch nur Böcke und Schmalrehe frei. Außerdem ist die Jagd von einem Kraftfahrzeug aus verboten. Was ist mit den führenden Ricken? Sollen die Kitze verhungern? Welcher Jäger gibt sich dafür her? Dafür ausdrücklich kein Weidmannsheil.“ Auch Marikka Kurzenberg ist empört: „Seit wann wird um diese Zeit Jagd auf Rehe gemacht? Früher galt wegen der Aufzucht der Jungtiere ein Jagdverbot. Ist diesen selbsternannten ,Naturschützern‘

denn gar nichts mehr heilig?“ Auf der Facebook-Seite der OSTSEE-ZEITUNG fordert Carmen Köck: „Die Natur und die Tiere haben ein Recht darauf, dass wir Rücksicht nehmen. Das wussten schon die Urvölker, besonders die Indianer! Nur wir glauben heutzutage, dass wir alles kontrollieren dürfen. Das wird uns aber einmal auf den Kopf fallen“, ist Köck überzeugt.

Nadin Behrens fragt sich, ob die Tiere wirklich getötet werden müssen? „Können sie nicht betäubt und wieder woanders ausgesetzt werden?!“

Eine Warnung spricht Ricardo Achenbach aus: „Sobald es zu einem Unfall kommt und eventuell dabei Menschen zu Tode kommen, wird über die Jäger als dieSchuldigen geschimpft.“

Für Ivo Schindler ist die Sache eindeutig: Es sei gewiss nicht schön, aber da die Rehe über die Auf- und Abfahrten bis an den Rand der Autobahn liefen, müsse etwas getan werden. „Selbst der Zusammenstoß mit einem 30 Kilogramm schweren Reh kann tödlich enden, wenn man es mit Schwung trifft. Und mit tödlich meine ich nicht das Reh.“ Johann Georg

hofft: „Noch sind die Rehe nicht erlegt. Vielleicht können sich ja welche retten. Nach dem ersten Schuss sind die doch sicher weg.“

Und Walter Scholz hält es mit Asterix: „Die spinnen, die Römer!“ Oder anders gesagt: Was soll der Quatsch. Die Tiere haben sich inzwischen doch schon an den Verkehr auf den Autobahnen gewöhnt. Ich habe noch nie auf diesem Abschnitt Tiere auf der Autobahn gesehen. Also warum solche Aktionen?“

OZ

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