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MV aktuell „Reibungsfläche Merkel“: Holm AfD-Spitzenmann für Bundestag
Nachrichten MV aktuell „Reibungsfläche Merkel“: Holm AfD-Spitzenmann für Bundestag
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00:05 27.02.2017
AfD-Spitzenkandidat für den Bundestag: Leif-Erik Holm. Quelle: Foto: Stefan Sauer
Sparow

Die AfD hat gestern erneut bekräftigt, zur Bundestagswahl Angela Merkel (CDU) mit aller Macht als Kanzlerin verhindern zu wollen. Beim Parteitag in Sparow bei Malchow wählten gut 200 Parteimitglieder Leif-Erik Holm (46) mit knapp 91 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten. Holm tritt im Wahlkreis Stralsund/Greifswald direkt gegen Merkel an. In Sparow arbeitete er sich in einer kämpferischen Rede an CDU und SPD ab, nannte aber nur indirekt eigene politische Inhalte. Themen: Euro-Krise, Flüchtlingswelle, innere Sicherheit. Er wolle mit der AfD in MV „Geschichte schreiben“ und Merkel „nach Hause in die Uckermark schicken“. Er sei „sicher, dass wir das Direktmandat holen“. Mehrfach reagierte Holm direkt auf den CDU-Parteitag vom Vortag. So auf Merkels Aussage, zum Volke gehöre jeder, der im Lande lebe. Holm erklärt: „Das Volk sind alle deutschen Staatsbürger und niemand anderes.“ Dem SPD-Kanzlerkandidaten warf er Unehrlichkeit vor. Martin Schulz „säuft Wein, während er Wasser predigt“, so Holm. AfD-Landessprecher Bernhard Wildt warf Merkel vor, politisch wie „eine Geisterfahrerin auf der Autobahn“ zu agieren, Vertreter von SPD, Linken und Grünen nannte er „Narren“.

Gleich sechs Bewerber traten um Listenplatz zwei bei der Landes-AfD an. Enrico Komning (48), Rechtsanwalt aus Neubrandenburg, setzte sich im ersten Wahlgang klar mit 106 Stimmen durch. Er sprach sich für mehr direkte Mitbestimmung der Bürger aus und kritisierte die Wahl des Bundespräsidenten als „Schauspieldemokratie“. Im Bundestag würde er sich als Erstes für die „Schließung der deutschen Grenzen“ einsetzen. Erneut musste sich Komning vor den AfD-Mitgliedern für seine frühere Zugehörigkeit zum Wachregiment der DDR-Staatssicherheit erklären. Für ihn seien das „olle Kamellen“. Ulrike Schielke-Ziesing (47), Neubrandenburg, musste für Platz drei in die Stichwahl. Sie wolle vor allem mehr Frauen überzeugen, die AfD zu wählen.

Die Kandidaten-Parade der AfD gab für Beobachter Auskunft über die Ausrichtung der Partei. Martin Koschkar, Politologe der Universität Rostock, spricht von „anti-pluralistischem Denken“. Redner hätten „radikal zugespitzt formuliert und zum Teil auch rechtsextreme Positionen vertreten“. AfD-Mann Dennis Augustin aus Ludwigslust etwa bezeichnete politische Gegner und Medien als „Feinde Deutschlands“. Frank Herrmann, Neustrelitz, nannte die Bundesregierung wegen wiederholten Rechtsbruchs bei der Migranten-Frage „eine kriminelle Vereinigung“. Stephan Schmidt, Güstrow, sprach sich für „den großen Austausch“ nach der Bundestagswahl aus. Breite Rückendeckung gab es in Sparow für Björn Höcke, den AfD-Fraktionschef im Thüringer Landtag, für seine Rede vom „Denkmal der Schande“ über das Holocaustdenkmal in Berlin. Für Politologe Koschkar ein Beleg: Die AfD in MV sei ein „Rechtsaußen-Verband“, die CDU-Kanzlerin „Reibungsfläche“. Das scharfe Wort werde bewusst benutzt, um zu polarisieren. Positiv sei die Basisdemokratie der Partei zu werten: „Das ist gelebter Anspruch.“ fp

OZ

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