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Rente mit 70: „Geht‘s noch?!“

Rente mit 70: „Geht‘s noch?!“

OZ-Leser lehnen CDU-Ansinnen unisono ab / Forderung nach alternativer Finanzierung

Schwerin/Rostock. Obwohl die Grenze für den regulären Renteneintritt auf 67 Jahre angehoben wurde, fordern Unionspolitiker mittlerweile die Rente mit 70, um das Rentensystem zu stabilisieren. Die CDU-Forderung nach einem höheren Eintrittsalter gehe an der Realität vorbei, kritisiert Ingo Schlüter, Landeschef des Deutschen Gewerkschaftsbundes in MV. Viele Ältere seien im Nordosten arbeitslos und hätten keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. Inzwischen ist fast jeder vierte Arbeitslose im Land mindestens 55 Jahre alt.

Das Meinungsbild auf der OZ-Facebook-Seite ist eindeutig: Fast alle Leser, die sich äußern, lehnen den Vorstoß ab. „Solche Ideen kommen von denen“, notiert Stef Bini , „die zeit ihres Lebens nicht wirklich gearbeitet haben. Stelle mir gerade bildlich vor, wie es auf Baustellen aussieht, wenn dort knapp 70-Jährige arbeiten würden, Dachdecker sich im betagten Alter noch auf die Dächer schwingen oder Pflegekräfte Gleichaltrige anheben sollten. Da kommt bei mir das Gefühl auf, dass wir arbeiten sollen bis wir umfallen, sodass wir eine Rente erst gar nicht beziehen müssen.“

Heinrich Reimann ist überzeugt: „Es geht nur um Rentenkürzung! Alle gehen dann mit Abstrichen früher in Pension. Also nicht mit 45 Prozent, sondern mit nur noch 25 Prozent vom letzten Nettolohn.“ Seiner Auffassung nach ist nur eine Rente sicher: „die der Politiker. Vier Jahre Land- oder Bundestag, und man bekommt mehr Rente als nach 50 Jahren Arbeit“, meint Reimann.

Die entsprechenden Jobs würden nicht nur in MV, sondern im ganzen Land fehlen, schreibt Linda Bölke . Heutzutage sei man mit 40 Jahren schon zu alt beziehungsweise zu teuer. Und dann solle man noch bis 70 arbeiten?, fragt unsere Leserin. „In einigen Berufen sind die Leute schon mit 50 völlig fertig. Doch auf solche Ideen können nur Politiker kommen . . .“

Rüdiger Rumpel würde begrüßen, wenn die Politiker mit Vorbild vorangingen. „Sollen doch ebenjene und Beamte mit in die Rentenkasse einzahlen und eine angemessene Rente erhalten.

Wäre neugierig, ob wir dann noch bis zum Alter von 67 Jahren arbeiten müssten.“

Henry Baumann sieht es wie sein Vorredner: „Das zeigt einmal mehr, wie realitätsfern diese Schreibtischtäter sind. Die meisten von denen haben noch nie körperlich arbeiten müssen. Es ist eine verkehrte Welt.“

Susi Sommer plädiert für den verdienten Lebensabend: „Irgendwann sollte man ihn doch genießen dürfen. Wenn wir bis 70 Jahre arbeiten sollen, frage ich mich, wo dann unsere Jugend bleibt, wenn die Arbeitsplätze besetzt werden von Menschen, die sich ihr Rentendasein wahrlich verdient haben?“

Geschockt zeigt sich Facebook-Nutzerin Silke Eppert : „Geht's noch? Und die Politiker gehen mit dicken Diäten mit 50 in Rente oder was?“ Auch Remo Rönnpagel hält nichts vom Vorschlag von Finanzminister Wolfgang Schäuble, für den der CDU-Politiker bundesweit viel Kritik erntete. „Mag sein, dass Politiker mit 70 noch sinnvoll agieren. Vermutlich aber wird das Gros dazu auch nicht mehr in der Lage sein. Sinnvoll wäre es, so langsam über eine vernünftige Alternative nachzudenken.“

Von Juliane Lange

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