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Rentner: Keine Angst vor der Steuer

Rostock Rentner: Keine Angst vor der Steuer

Neue Steuerpflicht durch höhere Renten betrifft in MV nur wenige

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Rostock. Rentner können sich auf den Sommer freuen: Zum 1. Juli steigen die gesetzlichen Renten in Ostdeutschland um 5,95 Prozent, im Westen um 4,25 Prozent. Für den Durchschnitts-Rentner in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Rente von 1027 Euro im Monat macht das ein Plus von 61,10 Euro. Über ein Extra von 56,52 Euro brutto kann sich die durchschnittliche Rentnerin (950 Euro Rente) aus dem Nordosten erfreuen.

Kleiner Haken: Für manche gibt es den Geldsegen nicht umsonst. Doch mit den Bezügen steigt auch die Zahl der Rentner, die erstmals Einkommensteuer an das Finanzamt zahlen müssen. Bundesweit geht das Berliner Finanzministerium von 160 000 Betroffenen aus. Wie viele es in MV sind, ist unbekannt. Rechnerisch, auf Grundlage der Bevölkerungszahl, wären es 3200 der derzeit 470000 Rentner. Aber tatsächlich sind es wohl deutlich weniger. Das meint Holger Stein, Präsident der Landes-Steuerberaterkammer: „In Mecklenburg-Vorpommern wird die Rentenerhöhung nur bei wenigen Menschen dazu führen, dass neu Steuern zu zahlen sind.“ Seine Begründung: Im Westen ist der Anteil der steuerpflichtigen Rentner höher als im Osten, unter anderem weil es dort öfter zusätzliche Betriebsrenten gibt.

Außerdem liegt in den alten Bundesländern im Schnitt deutlich mehr Geld auf der hohen Kante — als angelegtes Sparvermögen oder als Immobilien. Die Einkünfte, die daraus anfallen, müssen ebenfalls versteuert werden. Das ist in MV im Prinzip nicht anders, kommt bloß seltener vor. Von den rund 55 000 Rentnern, die 2014 in MV steuerpflichtig waren, bezogen rund 40000 zusätzliche Einkünfte.

Das geht aus einer Anfrage der Linken im Landtag hervor.

Aber wer muss überhaupt wie viel Steuern zahlen? Das ist nicht so einfach. Grundsätzlich gilt: Übersteigen die Einkommen den Grundfreibeitrag, muss man eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben.

Bei Alleinstehenden liegt diese Grenze, die sich jedes Jahr ändert, zurzeit bei 722 Euro im Monat. Für verheiratete Paare gilt der doppelte Betrag. Alles, was darüber liegt, muss im Prinzip versteuert werden. Allerdings gibt es für Rentner Freibeträge, außerdem können viele Dinge abgesetzt werden, zum Beispiel besondere Belastungen durch Krankheitskosten. Die komplizierten Regeln überfordern viele Senioren, kritisiert Karen Stramm (Linke). Am Ende würden „nur Schäubles Steuersäckel und die Lohnsteuerhilfevereine“ gewinnen. Laut Schweriner Finanzministerium erteilen die Finanzämter Auskünfte zur Steuerpflicht, auch telefonisch.

Von gkw

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