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Rentner nutzen aktiv ihren „Ruhestand“

Rentner nutzen aktiv ihren „Ruhestand“

Rostock. „Plötzlich Rente — was nun?“, fragte die OSTSEE-ZEITUNG ihre Leser. Einige Leser haben uns dazu umfangreich geantwortet.

Rostock. „Plötzlich Rente — was nun?“, fragte die OSTSEE-ZEITUNG ihre Leser. Einige Leser haben uns dazu umfangreich geantwortet. Hier eine Auswahl:

Gerlinde Reiser aus Rostock: „Mein Mann ist seit acht Jahren und ich seit zwei Jahren Rentner. Uns geht es sehr gut, wir haben keine Langeweile, obwohl wir weit weg sind von Familie, Kindern und Enkelkindern.“ Das Paar kommt aus Stuttgart und wohnt seit sechs Jahren in Rostock. „Wir brauchen auch für den letzten Lebensabschnitt eine Vision, wir brauchen Ziele!“ Beide machen Eheseminare, träumen von stabilen, guten Ehen in MV. Zusammen sind sie in der Kirchengemeinde aktiv, haben einen Garten zum Ausgleich, gehen gerne am Strand spazieren. Natürlich sind sie auch oft in Stuttgart, um die Enkelkinder zu genießen. „Wir haben absolut keine Zeit, um irgendwelche Wehwehchen zu pflegen!“ Es sei wichtig, dass für die Senioren mehr getan wird. „Aber nicht Kaffeenachmittage mit Volksliedern! Dafür sind wir zu jung.“

Prof. Franz Spychala (81) aus Rostock: „Mein Rentenbeginn liegt schon etwa 16 Jahre zurück, ich kann also einige Erfahrungen mitteilen.“ Nach 40 Jahren ununterbrochener Tätigkeit als Ingenieur in den Bereichen Motorenentwicklung und Schiffsanlagenentwicklung sowie Forschung und Ausbildung im Hochschulbereich war klar, dass er mit Rentenbeginn die Hände nicht einfach in den Schoß legen konnte. „Ich habe mir einen Bereich gesucht, der mich selbst interessierte und auf dem ich wenig Konkurrenz hatte: maritime Technik-Geschichte, speziell Schiffsmaschinenbau und Schiffbau.“ Er wurde für zehn Jahre Vorsitzender des Vereins „Förderkreis für das Schiffbau- und Schifffahrts-Museum“. Dazu erarbeitete er ein Programm für Vorträge, Vorlesungen und Veröffentlichungen, unter anderem im Schiffbau- und Schifffahrts-Museum Rostock, in der Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik der Universität Rostock und im Fachbereich Seefahrt Warnemünde der Hochschule Wismar sowie im Verein Deutscher Ingenieure. „Und das alles neben der Familie, Garten, Auto, Reisen und Treffen mit Freunden. Meine Ratschläge: Zuerst muss man wollen, dann können und dann machen. Und: Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben.“

Liane Hoffmann aus Ribnitz-Damgarten: „Seit ich Rentnerin und verwitwet bin, habe ich mich umgesehen, wo es Sportvereine gibt.“ Seit vielen Jahren ist sie beim Radwandern aktiv. Das ganze Jahr über lernt sie auf gemütlichen Ausflügen in die Umgebung die Schönheiten der Natur und Kultur kennen. „Man ist unter vielen netten Menschen, hat Spaß und tut etwas für die Gesundheit.“ In Ribnitz-Damgarten vermisse sie jedoch sehr Tanzabende für Senioren sowie Treffs für kreatives Gestalten, Handarbeiten und ähnliches — das könnten auch Männer! „Man könnte so viel Einsamkeit vertreiben, alles wäre gut für Geist, Seele und Gesundheit.“

OZ

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