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Restaurantkette Burger King prüft neue Standorte in MV

Rostock/Miami Restaurantkette Burger King prüft neue Standorte in MV

Der Gaststättenverband Dehoga sieht die Systemgastronomie im Aufwind. Der traditionelle „Dorfkrug“ verschwinde zusehends.

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Rostock. Die Restaurantkette Burger King will in MV weiter zulegen: „Burger King verfolgt eine langfristige Expansionsstrategie und legt Wert auf ein gesundes Wachstum“, sagte ein Sprecher gestern. „Vor diesem Hintergrund werden bestehende und mögliche neue Standorte regelmäßig überprüft.“ Das bedeutet, dass zu den zwölf Restaurants im Land weitere hinzukommen könnten

— oder auch das ein oder andere verschwinden.

Die Konzernmutter in den USA machte gestern ihren angekündigten Mega-Deal offiziell: Der Burger-Brater schluckt für rund elf Milliarden Dollar die kanadische Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons

— und kann seinen Firmensitz damit ins steuergünstigere Nachbarland verlagern. Die Unternehmen sollen aber als separate Marken mit eigenständigem Management weitergeführt werden, hieß es gestern.

Zusammen bringen es Burger King und Tim Hortons nach eigenen Angaben auf 18 000 Filialen in 100 Ländern. Mit einem Jahresumsatz von 23 Milliarden Dollar werde man die Nummer drei im globalen Fast-Food-Markt stellen. Die Fusion braucht nun aber noch die Zustimmung der kanadischen Regierung. Burger Kings Hauptaktionär, die Beteiligungsgesellschaft 3G, wird mit 51 Prozent Mehrheitseigner des neuen Gemeinschaftskonzerns. Auch Starinvestor Warren Buffett mischt bei dem Milliardengeschäft mit. Insgesamt soll der Deal ein Volumen von etwa 11,4 Milliarden Dollar haben. Die Burger-King-Aktie war zuletzt um fast 20 Prozent gestiegen. Die Geschäftsmodelle der Konzerne gingen zuletzt auseinander. Tim Hortons baute in seinen 4500 Filialen das Angebot aus. Die Kanadier konnten im ersten Halbjahr Gewinn und Umsatz im umkämpften Markt steigern. Dagegen läuft bei Burger King ein hartes Sparprogramm.

Für den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga spiegelt die Zunahme der Systemgastronomie, zu der auch Pizza- und Steakhausketten zählen, den Wandel des Ausgehverhaltens wider. „Die althergebrachte Gastronomie ist vor allem bei jungen Leuten nicht mehr so gefragt“, sagt Matthias Dettmann, Hauptgeschäftsführer des Dehoga MV.

Der traditionelle „Dorfkrug“ verschwinde zusehends. Landgasthöfe litten zudem unter dem demografischen Wandel und der Schwarzgastronomie: „Viele Vereine machen ihre Feiern nicht mehr im Restaurant, sondern kochen und verkaufen das Essen selbst.“

Und im Wettbewerb mit der Systemgastronomie könnten kleine Lokale noch weiter an Boden verlieren: Im Dezember wird die Allergenkennzeichnung Pflicht. Dann muss jedes Restaurant alle Zutaten deklarieren und auf Allergie auslösende Inhaltsstoffe hinweisen. „Der Gastwirt muss diese Liste jeden Tag neu erstellen, das ist ein erheblicher Mehraufwand“, kritisiert Dettmann. „Die Systemgastronomie hat immer die gleichen Zutaten vom gleichen Lieferanten und muss sie nur einmal auflisten.“

Buffett hilft beim Steuernsparen
Ausgerechnet Warren Buffett: Der große Patriot mit der Vorliebe für amerikanische Traditionsunternehmen soll Burger King unterstützen, sich nach Kanada abzusetzen, um Uncle Sams hohen Steuern zu entgehen. Der Starinvestor soll eine entscheidende Rolle bei der zu diesem Zweck geplanten Übernahme der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons spielen, berichtete das „Wall Street Journal“ mit Bezug auf eingeweihte Kreise. Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway wird den voraussichtlich etwa zehn Milliarden Dollar (7,6 Mrd. Euro) schweren Deal demnach zu 25 Prozent finanzieren. Foto: Kathy Willens/AFP

 



Axel Büssem

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Das Dach eines Restaurants von Burger King (Symbolbild). Der Gaststättenverband Dehoga sieht in MV die Systemgastronomie im Aufwind. Der traditionelle „Dorfkrug“ verschwinde zusehends.

Der Gaststättenverband Dehoga sieht in MV die Systemgastronomie im Aufwind. Der traditionelle „Dorfkrug“ verschwinde zusehends.

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