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Ringen um Kinderklinik

Schwerin/Wolgast Ringen um Kinderklinik

Die Schließung von Stationen im Krankenhaus Wolgast beschäftigt den Landtag

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Öffentliche Anhörung des Petitions- und des Sozialausschusses des Landtages zum Kreiskrankenhaus Wolgast.

Quelle: Cornelius Kettler

Schwerin/Wolgast. Die Schließung mehrerer Abteilungen im Kreiskrankenhaus Wolgast (Kreis Vorpommern-Greifswald) bleibt umstritten. In einer öffentlichen Expertenanhörung, gestern im Schweriner Landtag, wurde von einigen Anzuhörenden Zustimmung, von anderen heftige Kritik geäußert.

In Wolgast waren Ende 2015 die Abteilungen Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie am 1. Februar 2016 die Kinderstation geschlossen worden. Krankenhaus- Geschäftsführer Thorsten Wygold begründete die Entscheidung mit zu geringen Geburten- und Patientenzahlen. Mit größeren Fallzahlen steige die Versorgungsqualität, sagte er. Deshalb müssten Leistungen konzentriert werden.

Michaela Skott von der Eltern-

Initiative Mother Hood hielt dagegen, dass bei einer Geburt die Entfernung zur Entbindungsklinik zu den Qualitätskriterien gehöre. Das sieht auch die Wolgaster Kinderärztin Brigitte Würfel so. Nach ihren Angaben ist ein Patient etwa aus Peenemünde etwa eine Stunde bis ins Krankenhaus Anklam oder in die Universitätsklinik Greifswald unterwegs. Bis nach Wolgast sei es weniger als die Hälfte der Zeit. Auch von Heringsdorf sei der Weg nach Wolgast der kürzeste.

Würfel gehört zu den Initiatoren einer Volksinitiative für die Wiedereröffnung der geschlossenen Abteilungen. Mehr als 15000 Menschen unterstützten diese Forderung mit ihrer Unterschrift. Deshalb beschäftigt sich der Landtag damit, bis Sommer will das Parlament über die Volksinitiative entscheiden. Vertreter der Oppositionsfraktionen Linke und Grüne forderten gestern die Wiedereröffnung der geschlossenen Abteilungen, Politiker des Regierungslagers stellten sich hingegen hinter die getroffenen Entscheidungen.

Das Kreiskrankenhaus Wolgast war Ende 2005 vom Landkreis an das Universitätsklinikum Greifswald verkauft worden. Würfel erhob in der Anhörung den Vorwurf, dass seit Jahren Patienten am Krankenhaus Wolgast vorbei nach Greifswald gelotst worden seien, um das Uni-Klinikum besser auszulasten. Dann verwundere es nicht, dass die Fallzahlen in Wolgast angeblich zu niedrig seien, sagte sie.

Der Präsident der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Crusius, wies wie Kinderärztin Würfel darauf hin, dass die kinderärztliche Notfallversorgung in der Region Wolgast und auf der Insel Usedom derzeit nicht sichergestellt sei. Gerade in der Tourismussaison könne das zum Problem werden. Crusius bat den Landtag, die Schließung der beiden Fachabteilungen Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Kinder- und Jugendmedizin in Wolgast rückgängig zu machen. Iris Leithold

OZ

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