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Risiken für eine Darmkrebserkrankung

OZ-Leser-Forum Risiken für eine Darmkrebserkrankung

Welche Rolle spielen das Rauchen, starker Alkoholkonsum und Übergewicht bei der Entstehung von Darmkrebs? Welche besondere Art der Vorsorge ist nötig, wenn Krebsfälle in der Familie auftraten? In welchen Abständen sind Vorsorgekoloskopien sinnvoll?

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Das körperliche Wohlbefinden beginnt mit der Gesundheit im Darm

Quelle: Djd/dr. Wolz Zell-Hefeprae

Rostock. Rostock.   Am vergangenen Dienstag gab es viele Leserfragen zum Thema Darmkrebs. Die Geschäftsführende Oberärztin Zentrale Endoskopie, Dr. Anne Glitsch von der Uni-Medizin Greifswald, Prof. Dr. Ernst Klar, Direktor der Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, und Prof. Dr. Georg Lamprecht, Chef der Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie der Uni-Medizin, stellten sich den Leserfragen. Hier einige wichtige Probleme und die Antworten.

Frage: Bei mir (54) wurde vor vier Jahren bei der Vorsorge-Darmspiegelung eine kleiner Polyp entdeckt. Er erwies sich als gutartig. Wann muss ich erneut zu einer Koloskopie?

Antwort: Wir empfehlen, fünf Jahre nach der ersten Vorsorge-Darmspiegelung eine erneute Untersuchung vornehmen zu lassen, da ein kleiner Polyp entfernt wurde.

Frage: Zur Vorbereitung der Darmspiegelung soll ich mehrere Liter einer sogenannten Spüllösung trinken, damit der Darm gereinigt wird. Muss ich die gesamte Menge zu mir nehmen?

Antwort: Zur Vorbereitung einer Darmspiegelung muss eine Darmspüllösung getrunken werden, da es von der Sauberkeit des Dickdarms abhängt, ob man Polypen oder andere Veränderungen an der Dickdarmschleimhaut sehen kann. Dies bedeutet, dass man die vorgeschriebene Trinkmenge unbedingt zu sich nehmen muss, da sonst die Qualität der Untersuchung leidet. Es sind aber unterschiedliche Präparate auf dem Markt, sodass der Fachmann das am besten für Sie verträgliche verordnen kann.

Frage: Ich hatte vor 15 Jahren Darmkrebs. Seither gehe ich alle drei Jahre zur Darmspiegelung. Dort werden fast immer kleinere Polypen entfernt. Sollte ich auch künftig – ich bin jetzt schon 79 Jahre alt – diesen Rhythmus beibehalten?

Antwort: Sie können den Rhythmus aufgrund Ihres Alters auf fünf Jahre ausweiten.

Frage: Vor geraumer Zeit wurde über neue Stuhltests berichtet. Diese sollen den bisherigen chemischen Test auf Blut im Stuhl ablösen. Ist dieses sogenannte immunologische Verfahren tatsächlich zuverlässiger und wird es von der Krankenkasse bezahlt?

Antwort: Ja, der immunologische Test ist zuverlässiger und wird mittlerweile auch bezahlt.

Frage: Ich ernähre mich gesund, trinke nicht, rauche nicht. Zudem nehme ich fast täglich zwei bis drei Zehen frischen Knoblauch zu mir. Schützt das vor Darmkrebs?

Antwort: Die gesunde Ernährung ist sehr wichtig für den Körper. Die Nahrungsaufnahme von hellem Fleisch und Gemüse soll vor Darmerkrankungen schützen. Ob jedoch die Aufnahme von Knoblauch Darmkrebs vorbeugt, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Frage: Bei mir ist die Krebsbehandlung vorerst abgeschlossen. Der vorübergehende künstliche Darmausgang wurde wieder zurückverlegt. Nun leide ich an starken Blähungen. Was kann ich gegen diese tun?

Antwort: Diese Situation ist schwierig, aber kein Anlass zur Beunruhigung. Eine Diätanpassung sollte versucht werden. Es ist aber nicht immer eine befriedigende Beschwerdebesserung zu erreichen.

Frage: Sie schrieben vom Darm- und Enddarmkrebs. Wie häufig tritt Dünndarmkrebs auf, und wie wird dieser behandelt?

Antwort: Dünndarmkrebs ist sehr selten. Die Behandlung ähnelt der Vorgehensweise beim Dickdarmkrebs, nämlich Operation und gegebenenfalls Chemotherapie.

Frage: Bei der letzten Koloskopie wurde in meinem Darm sogenannter Galleschaum gefunden. Ist das ein Grund zur Besorgnis?

Antwort: Nein, das ist kein Grund zur Besorgnis. Dieses Phänomen entsteht, wenn der Darm durch die Spüllösung gereinigt wurde.

Frage: Bei mir ist im Alter von 50 Jahren ein Darmtumor entdeckt worden. Was bedeutet das für meine Kinder?

Antwort: Bei den Kindern sollte im Alter von 40 Jahren, also zehn Jahre vor der Diagnosestellung bei Ihnen, mit einer Vorsorge-Dickdarmspiegelung begonnen werden.

Frage: Ich musste notfallmäßig an einem Darmtumor operiert werden. Jetzt soll eine Dickdarmspiegelung erfolgen. Weshalb ist die nötig?

Antwort: Wenn vor der Operation keine oder nur eine unvollständige Dickdarmspiegelung durchgeführt werden konnte, muss nach der Operation im verbliebenen Dickdarm nach Polypen oder einem zweiten Tumor gesucht werden.

Frage: Ich bin an einem Dickdarmtumor operiert worden. Seitdem ist einer der Tumormarker immer noch etwas erhöht. Verschiedene Untersuchungen zeigen aber nirgendwo Tumorreste oder -absiedlungen. Was raten Sie mir?

Antwort: Das ist eine schwierige und vor allen Dingen belastende Situation. Ein Tumormarker ist nicht spezifisch. Für eine mögliche Therapie muss ein Tumorbefund lokalisiert werden. Möglicherweise besteht in der beschriebenen Situation gar keine Krebsgeschwulst mehr. Es ist eine weitere engmaschige Überwachung notwendig.

Frage: Ich bin 79 Jahre alt und hatte vor zehn Jahren eine Dickdarmspiegelung. Es wurden damals keine Polypen gefunden. Soll ich mich jetzt noch einmal spiegeln lassen?

Antwort: Wir empfehlen grundsätzlich die Dickdarmspiegelung alle zehn Jahre, wenn keine Auffälligkeiten entdeckt werden. Im Altersbereich von 80 Jahren würden wir die Empfehlung vom Allgemeinzustand abhängig machen. Das heißt, wenn Sie rüstig und aktiv sind, sollten Sie sich in einem Jahr nochmals einer Dickdarmspiegelung unterziehen. Bestehen auf der anderen Seite wesentliche Erkrankungen, die in diesem Alter schon zur allgemeinen Schwächung geführt haben, raten wir von einer Dickdarmspiegelung im Alter von 80 Jahren ab.

Frage: Meine Mutter ist vor acht Jahren an Dickdarmkrebs im Alter von 48 Jahren verstorben. Es wurde mitgeteilt, dass die Erkrankung erblich sei. Ich habe mich deshalb direkt einer Dickdarmspiegelung unterzogen, damals war ich 33 Jahre alt. Es wurden keine Veränderungen gefunden. Wie soll ich mich weiter verhalten?

Antwort: Augenscheinlich ist vor acht Jahren bei Ihrer Mutter eine genetische Spezialanalyse erfolgt. Dieses Ergebnis müssen Sie sich mitteilen lassen. Es sollte dann bei Ihnen eine entsprechende genetische Untersuchung durchgeführt werden. Bei gleicher Belastung wie im Falle Ihrer Mutter muss eine engmaschige Darmspiegelung alle zwei bis drei Jahre erfolgen.

Frage: Muss ich zehn Jahre nach meiner Darmkrebs-OP mit 76 Jahren immer noch zur Vorsorge?

Antwort: Diese Frage muss man ganz klar mit einem Ja beantworten. Auch mit 76 Jahren und nach einer Darmkrebs-Operation ist man nicht davor geschützt, Polypen im Darm auszubilden, die sich bösartig entwickeln können.

Frage: Ich bin jetzt 70 Jahre alt und leide seit 19 Jahren an einer chronisch entzündlichen Dickdarmerkrankung (Colitis ulcerosa). Ich habe derzeit kaum Probleme; der letzte Schub war vor sechs Jahren. Der Stuhlgang ist seitdem normal. In welchen Zeiträumen empfehlen sie eine Dickdarmspiegelung?

Antwort: Die Colitis ulcerosa ist grundsätzlich eine Vorstufe zur Bösartigkeit. Das Risiko, einen Darmkrebs zu entwickeln, steigt nach einer Krankheitsdauer von acht Jahren. Nach dieser Zeit empfehlen wir eine Dickdarmspiegelung jährlich. Davon sollte auch nicht abgewichen werden, falls die Erkrankung - wie in Ihrem Fall - geringe Aktivität ohne erkennbare Beschwerden besitzt.

Frage: Ich bin 66 Jahre alt. Es wurde bei mir bei einer Dickdarmspiegelung 2009 kleine Polypen entfernt. Nach drei Jahren wurde eine Kontrollspiegelung durchgeführt, ohne dass Polypen entdeckt wurden. Wann soll ich mich ab jetzt erneut spiegeln lassen?

Antwort: Das Vorgehen in Ihrem Fall ist absolut korrekt gewesen. Wir empfehlen eine erneute Darmspiegelung nach vorausgegangener Polypenabtragung nach drei Jahren. Finden sich hier keine Auffälligkeiten, können die folgenden Darmspiegelungen in Abständen von zehn Jahren erfolgen.

Frage: Aufgrund von gynäkologischen Operationen sagt mir mein Arzt, habe ich starke Verwachsungen im Bauch. Mein Dickdarm sei nicht koloskopierbar. Welche Möglichkeit habe ich, außer dem Test auf Blut im Stuhl, dass ich sicher sein kann, keinen Darmkrebs zu haben?

Antwort: Neben dem erneuten Versuch unter Gabe von Schlafmitteln gibt es eine weitere Bildgebung, welche in der Computertomographie durchgeführt werden kann. Dies nennt sich CT-Colonographie. Hierbei kann man mittels Röntgenstrahlen und Luftfüllung im Dickdarm in einem speziellen Programm Unregelmäßigkeiten der Schleimhaut sehen. Der Nachteil der Methode ist, dass, wenn Polypen erkannt werden, sie nicht mit dieser Methode abgetragen werden können. Hierzu ist eine Koloskopie notwendig oder ein anderweitiges operatives Verfahren.

Frage: Ich habe seit zwei Tagen dunkles Blut nach dem Stuhlgang und der Durchmesser des Stuhles ist unregelmäßig. Gewicht habe ich nicht verloren, ich habe auch keine Bauchschmerzen und vor sechs Jahren war ich zur Dickdarmspiegelung. Dort wurde mir ein Polyp entfernt, der kein Krebs war. Ich kann doch dann jetzt keinen Dickdarmkrebs haben?

Antwort: Dies kann man nicht vollständig ausschließen. Es sollte unbedingt zeitnah eine Dickdarmspiegelung erfolgen, um eine Krebserkrankung auszuschließen. Die Abnahme des Durchmessers des Stuhles und das dunkle Blut können Zeichen für eine solche Erkrankung sein. Es gibt Polypen, die sich in deutlich weniger als zehn Jahren zu einem Karzinom entwickeln.

Juliane Lange

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