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Riskant: Rostocker Feuerwehr braucht oft zu lange

Rostock Riskant: Rostocker Feuerwehr braucht oft zu lange

Um innerhalb von acht Minuten an allen denkbaren Einsatzorten zu sein, wird eine neue Feuerwache im Nordosten der Stadt benötigt

Rostock. Zwei-Klassen-Gesellschaft im Rostocker Brandschutz: Wenn es in der größten Stadt des Landes brennt, kann das Rathaus nicht für alle Bürger das gleiche Maß

an Sicherheit garantieren. Die Defizite sind seit Jahren bekannt – doch eine Lösung lässt weiter auf sich warten. Der dringend benötigte Bau einer zusätzlichen Feuerwache im Nordosten der Hansestadt liegt auf Eis.

Der für ganz MV zuständige Landesbrandmeister Hannes Möller will die Situation nicht bewerten: „Die Kommunen legen die Ziele im Brandschutz selbst fest. Es gibt Empfehlungen, aber die Städte und Gemeinden sind da frei in ihrer Entscheidung.“

Hintergrund: Seit Ende 2015 müssen alle Kommunen in MV konkrete Ziele für den Brandschutz festlegen. Rostock hat dies bereits 2009 getan – und dabei mit dem Segen der Bürgerschaft Einschränkungen in bestimmten Stadtteilen in Kauf genommen. Bei einem Brand in der Innenstadt – in der sogenannten Risikoklasse A – müssen binnen acht Minuten zehn Feuerwehrleute am Einsatzort sein. Brennt es aber in Stadtteilen der Risikoklasse B – Dierkow zum Beispiel –, müssen in der Frist „nur“ sechs Retter kommen. Und selbst diesen geringeren Standard erfüllt die Feuerwehr laut jüngsten Zahlen aus dem Brandschutz- und Rettungsamt nur in zehn Prozent der Fälle. Hauptgrund: „Die langen Anfahrtswege der Berufsfeuerwehr zu Einsatzorten“, sagt Rostocks Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Fazit: „Im Rostocker Nordosten benötigen wir eine neue Feuerwache.“

In anderen Städten in MV scheint die Situation dagegen relativ entspannt zu sein: In Wismar vergehen bei mehr als 80 Prozent der Brandfälle weniger als zehn Minuten vom Alarm bis zum Erreichen des Brandortes durch die Feuerwehr. 2015 gab es 251 Brandalarmierungen. Die Brandbekämpfung liegt in den Händen der Berufsfeuerwehr und zwei Freiwilligen Feuerwehren, erklärt Stadtsprecher Marco Trunk.

Entwarnung auch in Greifswald: Hier waren die Kameraden der Berufsfeuerwehr bei insgesamt 270 Brandalarmierungen im Jahr 2015 in 85,6 Prozent der Fälle in weniger als zehn Minuten am Einsatzort.

Die hauptamtlichen Brandbekämpfer in Stralsund erreichten die Brandorte in 83 bis 87 Prozent aller Fälle in weniger als zehn Minuten, so Stadtsprecher Peter Koslik. Insgesamt rückten Berufs- und Freiwillige Feuerwehrleute 2015 zu 90 Bränden aus.

Die Feuerwehr Neubrandenburg wurde 2015 zu 121 Bränden gerufen, im Schnitt war sie nach sieben Minuten und drei Sekunden vor Ort. In 93,49 Prozent der Fälle wurden weniger als zehn Minuten gebraucht. A. Meyer / T. Luczak

OZ

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