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Riss im Schiff: Ein Tag Zwangspause für die „Berlin“

Rostock Riss im Schiff: Ein Tag Zwangspause für die „Berlin“

Durch ein Leck ist Wasser in den Ballasttank der Scandlines-Fähre eingedrungen / Tausende Passagiere mussten nach Puttgarden / Taucher haben das Leck zugeschweißt

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Die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ beim Einlaufen in Rostock. Das Schiff ist seit Ende Mai im Einsatz.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Rostock. Kleiner Riss mit großen Folgen: Mitten in der Ferienhochsaison ist die neue Scandlines-Fähre „Berlin“ für mehr als 24 Stunden ausgefallen. Und das am stärksten gebuchten Tag der Woche: dem Sonnabend. Rund 2000 Passagiere konnten nicht wie geplant zwischen Rostock und Gedser pendeln, sondern mussten nach Puttgarden auf Fehmarn (Schleswig-Holstein) ausweichen.

Grund für den unfreiwilligen Stopp der erst im Mai in Betrieb genommenen Fähre ist ein 2,5 Zentimeter langer Riss gewesen. „Durch den ist Wasser in den vorderen Ballasttank eingedrungen“, berichtet Pressesprecherin Corinna Isabel Simonson. Das winzige Leck ist am Sonnabend in Gedser entstanden. Dort sei das Schiff beim Einlaufen leicht vom Kurs abgekommen und gegen eine Zufahrtsrampe an der Hafenanlage gestoßen, sagt Simonson. Beim Auslaufen Richtung Rostock hat Kapitän Stefan Wehland dann „technische Fehler festgestellt“. Trotzdem fuhr das Schiff weiter – bis Rostock. Dort wurde die nächste Abfahrt um 11 Uhr dann aber gestrichen und mit der Fehlersuche begonnen. Als das Leck gefunden war, kamen Taucher zum Einsatz. „Sie haben den Riss unter Wasser wieder zugeschweißt, jetzt ist das Schiff wieder in einem Topzustand“, versichert Corinna Isabel Simonson.

Da durch den Ausfall nur noch die „Kronprins Frederik“ auf der Strecke Rostock–Gedser unterwegs war, mussten Tausende Passagiere und Hunderte Fahrzeuge auf die anderen Scandlines-Schiffe in Puttgarden umgebucht werden. Bis halb zwei in der Nacht habe es gedauert, „bis alle ihren Weg gemacht haben“, ergänzt die Pressesprecherin.

So richtig viel Glück hat die Reederei Scandlines mit ihrem Neubau bisher nicht gehabt. Seit der Indienststellung der Fähre Ende Mai gibt es immer wieder Probleme. Zuerst ist die Krängungsanlage, die die Neigung des Schiffes verhindern soll, nicht richtig eingestellt gewesen. Das hat beim Be- und Entladen zu Verzögerungen geführt. Mittlerweile ist das behoben worden. Doch nach wie vor macht die „Berlin“ durch Rußwolken und starke Rauchentwicklung von sich reden – obwohl sie durch einen Hybridantrieb besonders umweltfreundlich und emissionsarm sein soll. Doch die vier in den Schornstein integrierten Abgaswäscher (Scrubber) sind noch nicht in Betrieb. Erst im August soll die Abgasreinigung funktionieren.

Eigentlich sollte die Fähre schon seit vier Jahren zwischen Rostock und Gedser pendeln. Doch wegen Bauproblemen ist die Indienststellung immer wieder verschoben worden. Bereits 2010 ist in der Stralsunder P+S-Werft mit dem Bau der neuen Scandlines-Fähre „Berlin“ begonnen worden. Doch sie und ihr baugleiches Schwesterschiff „Copenhagen“ sind zu schwer gewesen und hätten bei Niedrigwasser nicht in den dänischen Hafen einlaufen können.

Die Gewichtsprobleme haben die Pleite der P+S-Werften Stralsund und Wolgast eingeläutet. Ihnen hat Scandlines für 32 Millionen Euro statt der ursprünglich vereinbarten 184 Millionen Euro die Schiffe abgekauft. Sie sind danach in der dänischen Fayard-Werft abgespeckt und fertiggestellt worden. Die „Copenhagen“ soll voraussichtlich im Herbst die „Kronprins Frederik“ ablösen.

Fahrplan im Zwei-Stunden-Takt

460 Autos oder 96 Lkw sowie 1300 Menschen passen auf die neue Scandlines-Fähre „Berlin“. Damit hat sich die Kapazität auf der Strecke Rostock-Gedser mehr als verdoppelt. Mit ihrer Indienststellung hat Scandlines den Fahrplan erweitert. Im Zwei-Stunden-Takt fährt jeweils ein Schiff in Rostock und Gedser los. Das Vorgängerschiff, die „Kronprins Frederik“, ist als Ersatzfähre zwischen Rostock-Gedser und Puttgarden-Rodby im Einsatz.

Kerstin Schröder

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