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MV aktuell Rostock ist die Hochburg für Autodiebe im Land
Nachrichten MV aktuell Rostock ist die Hochburg für Autodiebe im Land
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00:00 12.02.2018
Rostock

Spektakulärer Unfall mit einer gestohlenen Luxuskarosse: Bei einem Autounfall in Mewegen bei Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Unbekannter in ein Wohnhaus gefahren. Er verwüstete dabei einen Raum des Gebäudes völlig. Die Kriminalpolizei stellte den Audi Q7 nach dem Crash am Freitagabend sicher, der fliehende Fahrer konnte aber nicht gefasst werden.

Da das Fahrzeug in Berlin entwendet wurde, wird es nicht in die Autoklau-Statistik von MV gelangen, auch wenn der Fall hier „aufgeklärt“ wurde. Dennoch muss sich die Polizei mit vielen im Nordosten verübten Diebstählen beschäftigen: 746 Fälle waren es im Jahr 2016, der letzten offiziellen Bilanz – 35 mehr als ein Jahr zuvor. Die Hochburg der Autodiebe ist nach dieser Statistik Rostock (siehe Grafik). Nicht überraschend, schließlich sind in der Hansestadt auch die landesweit die meisten Autos gemeldet, aber Schwerin – die immerhin zweitgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns – hat vergleichsweise weniger Probleme.

Die Zahl der Diebstähle ist in MV in den vergangenen Jahren relativ konstant geblieben, für 2017 rechnet die Kripo gar mit einem kleinen Rückgang. Dennoch gibt es in einigen Regionen spürbare Häufungen. Neben Rostock stieg die Zahl der Diebstähle auch im Landkreis Vorpommern-Rügen stark an.

Doch einfach hinnehmen müssen Autobesitzer diese Entwicklung nicht. Mit einigen einfachen Maßnahmen könne Diebstahl vermieden werden, betonen Experten. Die Polizei rät auf Internetseiten wie k-einbruch.de zu teilweise simplem Schutz. Der Autoschlüssel solle zum Beispiel immer abgezogen werden, wenn der Fahrer das Auto verlässt. Auch das Lenkradschloss einrasten zu lassen und keine Wertsachen im Wagen zu hinterlassen, sind einfache Schutzmaßnahmen. Bei Autos mit einer Alarmanlage oder einer elektronischen Wegfahrsperre sollte diese auch aktiviert werden.

Im Norden häufen sich die Fälle, bei denen hochwertige Autos gestohlen werden, die mit dem sogenannten Keyless-Go-System ausgestattet sind. Die Diebe brauchen keinen Schlüssel mehr, um das Auto zu starten, verdeutlicht Hans Pieper, Sprecher des ADAC. Betroffen sind laut Automobilclub alle Hersteller, die nicht mehr nur hochwertige Fahrzeuge mit dem komfortablen System ausrüsten, sondern mittlerweile auch schon Mittelklasse-Wagen. Statt eines klassischen Autoschlüssels hat der Halter einen Funkschlüssel. Kommt er damit in die Nähe seines Autos, kann er die Tür per Knopfdruck öffnen und genauso auch den Motor starten.

„Autos und Motorräder mit dem Keyless-Schließsystem sind deutlich leichter zu stehlen“, sagt Pieper und verweist auf eine Untersuchung des ADAC an mehr als 140 Modellen. „Mit einer selbstgebauten Funk-Verlängerung konnten alle mit Keyless ausgestatteten Autos sekundenschnell geöffnet und weggefahren werden, ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen“, sagt Pieper. Das gehe auch dann, wenn der Schlüssel im Haus liegt oder der Besitzer mit Schlüssel in der Hosen- oder Jackentasche im Biergarten sitzt. Bauteile für so eine Funk-Verlängerung gebe es in Elektronik-Laden für rund 100 Euro.

Der ADAC sieht daher die Autobauer in der Pflicht, nachzurüsten. „Wir weisen schon länger auf das Problem hin, aber die Hersteller denken trotzdem nicht an ein Update“, sagt Pieper. Eine Möglichkeit, das Signal abzuschotten, sei übrigens, den Funkschlüssel in Alufolie einzuwickeln.

Christin Tute und Markus Carstens

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