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Rostock verbannt Straßenmusiker aus der Stadt

Rostock Rostock verbannt Straßenmusiker aus der Stadt

Weil sie angeblich zu laut sind und die öffentliche Sicherheit gefährden, setzte die Stadtverwaltung ein weitreichendes Verbot für Instrumente und Gesangsgruppen in Kraft

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Straßenmusikant Juris Rutkovskis

Quelle: Achim Treder

Rostock. In Rostock dürfte es dieser Tage merklich stiller werden. Grund: Die Stadtverwaltung hat einen Großteil der Straßenmusiker verbannt. Sie sieht die öffentliche Sicherheit und Ordnung durch zu laute Musik gefährdet. Die seit Ende Oktober geltende „Allgemeinverfügung zur Regelung der Straßenmusik in der Hansestadt Rostock“ sieht vor, dass Musizieren in der City zwischen Neuem Markt und Kröpeliner Tor nur noch zwischen 9 und 12 Uhr und zwischen 15 bis 20 Uhr erlaubt ist. „Besonders laute“ Instrumente wie Schlagzeuge, Blechblasinstrumente, Saxofone und Klaviere sind generell verboten. Betroffen ist damit auch der stadtbekannte und beliebte Rigaer Musiker Juris Rutkovskis, der Akkordeon und Posaune spielt.

Straßenmusiker als Wahrzeichen der Hansestadt

Manche Straßenmusiker haben es schon zu Ruhm gebracht. So ist Wandermusiker Juris Rutkovskis vielen in MV bekannt. Dem „Spielmann-Opa“ Michael Tryanowski hat Rostock vor zwei Jahren sogar ein Denkmal gesetzt.

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Ebenso untersagt sind Gruppenauftritte mit mehr als vier Musikern. Sie schränken die „Leichtigkeit des Verkehrs“ in der Stadt ein, heißt es in der Verfügung. „Straßenmusik ist ein wichtiger Bestandteil urbanen Lebensgefühls. Aber wenn die Musik laut und das Repertoire schmal ist, wird es für die unfreiwilligen Zuhörer echt anstrengend“, begründet Rostocks Senator Chris Müller (SPD) das Verbot. Es sei eine Reaktion auf die sprunghaft gestiegene Zahl der Beschwerden von Anwohnern und Gewerbetreibenden, die sich von der Musik belästigt fühlten.

Mit ihrer Sorge ist die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern bisher allein: Keine Hansestadt geht so drastisch gegen Straßenmusiker vor. In Stralsund würden die Musiker kein Problem darstellen, sagt Peter Koslik, Pressesprecher der Hansestadt. „Es besteht für uns also kein Anlass, eine strengere Regelung in Erwägung zu ziehen.“ Seit Anfang 2002 gelte eine „Erlaubnisfreie Sondernutzung“. Die Musiker müssen nur alle 30 bis 40 Minuten ihren Standort wechseln und auf Verstärker verzichten. Diese Regel gilt auch in Wismar. „Lärm durch Musik ist kein Problem in der Stadt“, teilt Stadtsprecher Marco Trunk mit.

Ähnlich sieht es in Greifswald aus. „Es gibt keine Einschränkungen für Instrumente, außer elektro-akustische Verstärker oder die Gruppengröße“, sagt Sprecherin Andrea Reimann. „Aktuell haben wir keine Beschwerden.“ Auch in Greifswald seien Musiker verpflichtet, nach einer halben Stunde mindestens 250 Meter weiterzuziehen.

Das letzte Wort in Rostock in puncto Straßenmusik ist noch nicht gesprochen. Der Ortsbeirat des Szeneviertels Kröpeliner-Tor-Vorstadt stellt die Verhältnismäßigkeit der neuen Regelung infrage und kündigt an, gegen sie vorzugehen. Rostocks Citymanager Peter Magdanz übt bei allem Verständnis für die Beschwerden Kritik an der neuen Regelung: „Ein zu gut gespieltes Saxophon ist doch nicht zu laut. Man sollte lieber objektiv messen.“

Katharina Ahlers und Philip Schülermann

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