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MV aktuell Rostock will Plastik komplett verbieten
Nachrichten MV aktuell Rostock will Plastik komplett verbieten
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14:11 01.11.2018
Am Ostseestrand zwischen Juliusruh und Glowe auf der Insel Rügen liegt am Strand gesammelter Plastikmüll. Das Abfall-Problem im Meer betrifft längst auch den Nordosten (Symbolbild). Quelle: Stefan Sauer/dpa
Rostock

Plastik-Teppiche auf offener See, Mikroplastik in Lebensmitteln: Rostock hat genug davon – und will als erste Stadt in MV plant ein Plastik-Verbot auf den Weg bringen. „Wir müssen unnötige Plastik-Verpackungen aus unserer Stadt verbannen“, fordert Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) und parteiloser Oberbürgermeister-Kandidat. Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an einer entsprechenden Richtlinie: „Ab 2019 wollen wir bei Veranstaltungen in Rostock kein Plastik-Geschirr mehr haben“, so Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Bereits auf dem Weihnachtsmarkt soll es Getränke nur noch in Mehrwegbechern geben. Auch Stralsund arbeitet bereits an einer Satzung, die Plastikmüll verbannen sollen.

Nur noch Mehrweg bei Festen

„Wir sind eine Stadt am Meer. Und muss ganz besonders daran gelegen sein, dieses Ökosystem und uns selbst zu schützen. Wir müssen Vorreiter werden“, sagt Madsen. Sein Vorstoß: Bei allen Festen, Sport- und Musikveranstaltungen, die von der Hansestadt oder ihren Tochterfirmen organisiert werden oder die auf städtischen Eigentum stattfinden, sollen nur noch wiederverwendbare Verpackungen gestattet sein. „Bei der Hansesail, auf dem Ostermarkt, beim Basketball in der Stadthalle oder bei Konzerten im Iga-Park: Wir können Veranstaltern in unseren Räumen und auf unseren Flächen ganz einfach die Auflage erteilen, auf Plastik zu verzichten“, so Madsen. „Stattdessen sollten wir einen Rostock-Becher einführen – einen Pfandbecher, der überall in der Hansestadt akzeptiert wird.“

Am Strand in Warnemünde gilt bereits seit diesem Jahr ein Verbot von Einweg-Geschirr: Die Händler dort dürfen nur noch umweltfreundliches Bio-Geschirr aus abbaubarem Material einsetzen. „Das ist ein erster Schritt“, sagt Umweltsenator Matthäus. Denn eigentlich müsste ein bundesweites Verbot von Plastik-Verpackungen her: „Das würde Vieles vereinfachen.“ Die Stadt selbst jedenfalls können nur dort Plastik verbannen, wo sie „Hausherr“ ist: „Wir können aber den Geschäften und Händler nichts vorschreiben. Ich würde mir aber von unseren Unternehmen mehr Eigeninitiative wünschen!“

Landesregierung begrüßt Vorstoß

Das Land begrüßt den Rostocker Vorstoß: „Es steht allen Kommunen und öffentlichen Einrichtungen frei, bei Veranstaltungen, die von den Kommunen genehmigt werden müssen, Auflagen zu erteilen, die mit dem Gebot der Abfallvermeidung im Einklang stehen“, so Gunnar Bauer, Sprecher des für Abfall zuständigen Wirtschaftsministeriums. Auch in den anderen großen Städten im Land ist Plastik ein Thema: „Wir sind bereits auf einem guten Weg“, sagt etwa Andrea Reimann, Sprecherin der Hansestadt Greifswald. Dort erst in diesem Jahr ein Pfandbecher-System eingeführt, an sich bereits 20 Händler und Gastronomen beteiligen. Das Ziel: Kaffeebecher aus Pappe oder Plastik vermeiden.

Stralsund arbeitet an neuen Regeln

Stralsund hat ebenfalls einen solchen Mehrwegbecher eingeführt, sagt Stadtsprecher Peter Koslik. Die Händler in der Altstadt hätten zudem eine eigene Aktion gestartet – und statt Plastik- nur noch Papiertüten herausgegeben. „Derzeit prüft die Stadtverwaltung verschiedene Ansätze für weiterführende Maßnahmen zur Müllervermeidung. Die sollen dann auch rechtsverbindlich sein.“ Schon jetzt verpflichte die Stadt Händler bei städtischen Veranstaltungen, ausschließlich Mehrweg-Geschirr einzusetzen. „Wir prüfen, wie wir bei Festen und Veranstaltungen Plastik-Abfall vermeiden können“, sagt auch Marco Trunk, Sprecher der Wismarer Stadtverwaltung.

Kommentar zum Thema: Die Politik muss handeln

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