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Rostock will Unterwasser-Center bauen

Rostock Rostock will Unterwasser-Center bauen

Großer Forschungs- und Entwicklungs-Komplex soll entstehen / Hansestadt könnte weltweit Vorreiter werden

Rostock. Die Hansestadt Rostock will der weltweit führende Standort für neue Unterwasser-Technologien werden: Wissenschaft und Wirtschaft an der Warnow planen gemeinsam den Bau eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums namens „Ocean Technology Center“ (OTC) – ein Multi-Millionen-Projekt für einen Milliarden-Zukunftsmarkt. „Die Zukunft liegt unter Wasser“, sagt Christian Weiß, Geschäftsführer des Wirtschaftsförderers Rostock Business.

 

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Anka Schröder (Stadt) und Christian Weiß (Rostock Business)

Quelle: O. A.

Weltweit sei das eines der ganz großen Themen für die kommenden Jahrzehnte, sagt Dr. Bernd Lennartz, Leiter des Department Maritime Systeme an der Rostocker Uni. „Da geht es beispielsweise um vollautomatische, unbemannte U-Boote, die Seekabel und Offshore-Windräder warten“, so Lennartz. Es gehe aber auch um neue Möglichkeiten, Strom aus Wasserkraft zu erzeugen, um Aquakulturen und Nahrungsmittel-Produktion im Meer, um Rohstoff-Förderung in der Tiefsee sowie Medizin- und Biotechnologien. „Dafür brauchen wir Gerätschaften und Systeme, die auch unter Hochdruck im Meer funktionieren.“

Schon jetzt zählt die maritime Industrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Nordosten: Rund 280 Unternehmen mit mehr als 10 000 Beschäftigten sind nach Angaben des Schweriner Wirtschaftsministeriums im Schiffbau, der Zuliefer-Industrie sowie den Bereichen Meeres- und Offshore-Technik aktiv. „Die Branche erzielt pro Jahr einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro“, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) – allerdings größtenteils über Wasser: „Mit dem ,Ocean Technology Center‘ wollen wir den nächsten Schritt gehen: Wir legen den Fokus auf Technologien für den Einsatz unter Wasser“, so Rostock Business-Chef Weiß.

Mitarbeiten im „Ocean Technology Center“ wollen auch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD). „Maritime Wirtschaft ist nicht mehr nur der klassische Schiffbau“, sagt Prof. Dr. Uwe Freiherr von Lukas, Chef des Rostocker IGD. „Wachstum ist für die Branche vor allem unter der Wasseroberfläche zu erwarten.“ Das Fraunhofer-Institut habe seinen Schwerpunkt bereits darauf verlagert.

„Rostock könnte international zum Vorreiter werden. Etwas Vergleichbares gibt es weltweit noch nicht“, sagt Uni-Wissenschaftler Lennartz. Im OTC sollen Unternehmen und Forscher gemeinsam an Projekten arbeiten. „Zudem brauchen wir gemeinsame Test-Umgebungen. Zum Beispiel Wasserbecken, in denen wir Bedingungen in der Tiefsee simulieren können.“

Eine Machbarkeitsstudie, die bis Mitte 2017 vorliegen soll, ist der erste Schritt. Was der Bau kosten könnte und wo er entstehen soll, sei noch offen. Allein die Machbarkeitsstudie wird rund 124 000 Euro kosten, weitgehend finanziert von sieben Unternehmen.

Maritime Wirtschaft in MV

280 Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Schweriner Wirtschaftsministeriums in der maritimen Industrie aktiv. In der Branche gibt es insgesamt 10000 Arbeitsplätze landesweit.

40 Firmen aus MV präsentier- en sich seit gestern auf der internationalen Schiffbau-

Messe SMM in Hamburg – etwa Schiffsversorgung Rostock. Insgesamt sind 2110 Aussteller aus 60 Ländern dort.

Andreas Meyer

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