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Rostocker Taucher bergen Wrack des Kutters „Condor“

Fehmarn/Rostock Rostocker Taucher bergen Wrack des Kutters „Condor“

Experten des Rostocker Baltic Taucherei- und Bergungsbetriebs haben gestern mit der Bergung des Kutters „Condor“ begonnen.

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Der Kutter „Condor“ ist am 6. Februar vor Fehmarn gesunken. Die Unglücksursache ist ungeklärt.

Quelle: Jörg Kreiser

Fehmarn/Rostock. Experten des Rostocker Baltic Taucherei- und Bergungsbetriebs haben gestern mit der Bergung des Kutters „Condor“ begonnen. Das Schiff war Anfang Februar östlich der Insel Fehmarn (Schleswig-Holstein) gesunken. Heute soll es aus dem 22 Meter tiefen Wasser geholt werden, erklärte der Geschäftsführer der Baltic Taucher, Eyk-Uwe Pap, gestern gegenüber der OZ. Dafür werde der Kutter zunächst aufgerichtet, dann per Schwimmkran gehoben und anschließend leer gepumpt.

OZ-Bild

Experten des Rostocker Baltic Taucherei- und Bergungsbetriebs haben gestern mit der Bergung des Kutters „Condor“ begonnen.

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Für die Bergung des 16 Meter langen Holzkutters wird die mit einer Boje markierte Unglücksstelle von der Küstenwache weiträumig abgesperrt. Um das Schiff zu heben, haben die Baltic Taucher den Schwimmkran eines dänischen Partnerunternehmens hinzugezogen. Der 45 Meter hohe Schwimmkran hat laut Pap eine Hebekapazität von 300 Tonnen. Gestern waren bereits Fischernetze des Kutters entfernt worden, damit die Taucher sich darin nicht verhaken. „Bei der Bergung ist außerdem wichtig, dass keine umweltgefährdenden Stoffe wie Diesel oder Motoröl ins Wasser gelangen“, sagte Baltic-Taucher-Chef Pap.

Für die Rostocker Experten ist es ein alltäglicher Einsatz: „In den vergangenen 23 Jahren haben wir mehr als 700 Bergungen durchgeführt, davon mehr als 60 Kutter“, so Pap. Umso rätselhafter sind die Fragen, die das Schiffsunglück aufwirft. Der Kutter war am 6. Februar gesunken — an einem Tag, an dem kein Unwetter herrschte, sondern ruhige See. Die beiden Männer an Bord sollen zudem erfahrene Seeleute gewesen und die „Condor“ regelmäßig gewartet worden sein, hieß es. Allerdings habe am Unglückstag offenbar der automatische Notruf nicht funktioniert.

Die Leichen des 52 Jahre alten Kapitäns und seines Decksmanns (45) waren wenige Tage nach der Havarie mehrere Kilometer von der Unglücksstelle entfernt aus der vier Grad kalten Ostsee geborgen worden. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) trugen die Männer keine Rettungswesten. Nur einer von ihnen habe einen Rettungsring umgelegt gehabt. Die Seemänner wohnten in Burg auf Fehmarn.

Nach der Bergung soll der Kutter nach Rostock geschleppt werden. Der Hafen Burgstaaken auf Fehmarn ist für die weiteren Untersuchungen zu klein. Die sollen dann im Tonnenhof im Rostocker Stadtteil Hohe Düne vorgenommen werden. Polizeitaucher hatten zuvor am Wrack keine Hinweise auf die Ursache, die zur Havarie führte, gefunden.

Unterdessen gibt es etliche Spekulationen, warum der Kutter untergegangen sein könnte. Etwa, dass der Bug an einem Riff beschädigt wurde oder dass das Schiff überladen war. „Ein bisschen merkwürdig ist, dass ein Rettungsfloß, das automatisch ausgelöst hatte, sich in der Takelage verfangen hat, weil das Schiff offenbar so schnell gesunken ist“, wird ein Mitarbeiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung im NDR zitiert.

Mitte Februar hatte das in Rostock stationierte Wracksuch- und Forschungsschiff „Deneb“ des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) den untergegangenen Fischkutter „Condor“ etwa drei Seemeilen von der Insel Fehmarn geortet. Dort liegt das Wrack drei Seemeilen östlich des Leuchtturms Staberhuk auf dem Meeresgrund auf der Steuerbordseite.

Von Axel Meyer

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