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MV aktuell Rostocker Zoo schafft freien Eintritt für Kinder ab
Nachrichten MV aktuell Rostocker Zoo schafft freien Eintritt für Kinder ab
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00:00 20.01.2016
Das neue Preismodell ist unsozial. Es trifft Familien mit kleinen Einkommen.“Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin Linke
Rostock

Können sich viele Familien einen Besuch im Rostocker Zoo bald nicht mehr leisten? Linke und Grüne in der Hansestadt befürchten genau das. Denn nach OZInformationen will Zoo-Direktor Udo Nagel im neuen Jahr kräftig an der Preisschraube drehen — vor allem bei den Tickets für Kinder. Bisher durften Kinder bis sieben Jahre kostenlos in den Zoo.

Künftig müssen die Kleinen bereits ab dem vierten Geburtstag zahlen — und zwar 9,50 Euro für die Tageskarte. Eva- Maria Kröger, Chefin der Rostocker Linken, bezeichnet das neue Preismodell des Zoos bereits als „unsozial“.

Die neuen Preise will Nagel offiziell erst in der kommenden Woche bekanntgeben. Deshalb will der Zoo die Diskussion noch nicht kommentieren. Doch im Aufsichtsrat sorgen die Zahlen für Streit: Denn der freie Eintritt für Kinder war erst 2012 eingeführt worden. Damals war das Darwineum eröffnet worden, der Zoo hatte die Preise für Erwachsene erhöht. Der freie Eintritt für Kinder war als Entgegenkommen an die Rostocker gedacht. Nun argumentiert Nagel, dessen Tierpark 2015 zum besten in Europa gekürt worden war, dass aufgrund dieser Regelung der Zoo-Kasse bis zu 100000 Euro pro Jahr entgehen würden. „Es geht nicht darum, Rostocker zur Kasse zu bitten. Bisher lassen wir aber auch Touristen-Kinder kostenlos rein. Das muss nicht sein, die sollen zahlen“, sagt ein Aufsichtsrat, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Der Zoo plane im Gegenzug ermäßigte Tageskarten für Großfamilien. Die neuen Preise sollen laut internen Papieren mehr als eine halbe Million Euro an zusätzlichen Einnahmen bringen (von bisher 3,7 Millionen auf 4,2 Millionen Euro).

„Die Preiserhöhung wird vor allem Menschen mit geringem Einkommen treffen. Familien, für die sich eine Jahreskarte nicht lohnt, und Großeltern mit kleinen Renten, die ihren Enkeln eine schöne Zeit im Zoo ermöglichen wollen“, sagt Linken-Chefin Kröger. „Der kostenfreie Eintritt für die Kleinsten war toll, damit sie Tiere und Pflanzen erleben können — unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.“ Auch Simone Briese-Finke, Fraktionschefin der Grünen, lehnt die Abschaffung des Kindertarifs ab: „Für Familien wird der Rostocker Zoo immer unattraktiver. Wir tun auch der Umweltbildung keinen Gefallen.“

Der Rostocker Zoo ist bisher der einzige große Tierpark in MV, der für 2016 Preiserhöhungen plant: „Bei uns werden die Tickets definitiv nicht teurer“, sagt Erika Helmich, Verwaltungsleiterin des Zoos in Schwerin. Dort zahlen Kinder zwischen drei und 17 Jahren nur vier Euro Eintritt. Der Vogelpark Marlow hatte 2015 erst die Preise erhöht — „weil auch wir unseren Mitarbeitern den Mindestlohn zahlen wollen“, sagt Sprecherin Franziska Zöger. In Marlow zahlen Kinder ab drei Jahren acht Euro Eintritt. „Im Gegensatz zum Rostocker Zoo erhalten wir aber kein Geld von der öffentlichen Hand.“

Ebenfalls nicht mehr als 2015 sollen Besucher im Tierpark Stralsund zahlen: „Bei uns zahlen Kinder ab drei Jahren seit jeher drei Euro“, so Zoo-Chef Christoph Langner.



Andreas Meyer

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