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Rostocker muss nach versuchtem Mord lebenslang in Haft

Rostock Rostocker muss nach versuchtem Mord lebenslang in Haft

Wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung hat das Landgericht Rostock einen 32 Jahre alten Rostocker zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

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Verurteilt: Mario E. (32)

Quelle: Karsten Wilke

Rostock. Das Gericht sah es gestern als erwiesen an, dass der Mann im August 2012 den neuen Partner seiner ehemaligen Freundin mit Absicht töten wollte. Während das Paar schlief, sei er in die Wohnung der 25-Jährigen eingedrungen und habe dem 27-Jährigen mit einem Fahrtenmesser in den Hals gestochen. Er habe ihn töten wollen, um die junge Frau anschließend zu vergewaltigen, erklärte der Vorsitzende Richter. Die Frau habe er dann mit einem Elektroschocker bewusstlos machen wollen.

Damit sah das Gericht zwei Mordmerkmale erfüllt: Heimtücke und eine Straftat, um ein anderes Verbrechen zu ermöglichen. Es sei eine ethisch niedrige Straftat, die jeden erschaudern lasse, betonte der Richter in seiner gut zweistündigen Urteilsbegründung. Nach den Messerstichen habe er die Frau aus der Wohnung geschleift, um sie im Hausflur zu vergewaltigen. Als er Geräusche hörte, habe er aber von ihr abgelassen.

Der Angeklagte hatte die Tat zu Prozessbeginn gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Er sei wie fremdgesteuert gewesen, als er an jenem Sommermorgen zunächst mit einer Plastikkarte zwei Türen zu der Wohnung öffnete. Er habe seinen Nebenbuhler zur Rede stellen wollen, doch der sei aufgewacht. Dann sei es zu einer Rangelei gekommen, in deren Verlauf er zugestochen habe.

Das Gericht verwarf diese Version als Schutzbehauptung, es gebe keinen Hinweis auf eine eingeschränkte Steuerungsfähigkeit. Vielmehr sei der Täter mit hoher krimineller Energie seinem Tatplan — dem Mord und der anschließenden Vergewaltigung — gefolgt. So habe er nicht nur einmal zugestochen, sondern kurz zurückgezogen und dann ein zweites Mal die 14,5 Zentimeter lange Klinge in einem anderen Winkel in den Hals hineingestoßen.

Der Anwalt des 32-Jährigen, der auf eine zwölfjährige Haftstrafe plädiert hatte, kündigte Revision beim Bundesgerichtshof an. Beide vom Richter angeführten Mordmerkmale träfen nicht zu.

Joachim Mangler

OZ

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