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Rostocks Landrat tot: „Thomas war immer einer von uns“

Bad Doberan/Rostock Rostocks Landrat tot: „Thomas war immer einer von uns“

Mit Trauer und Fassungslosigkeit haben Politiker aller Parteien auf die Nachricht vom Tod Thomas Leucherts reagiert. Der Landrat des Landkreises Rostock, dienstältester Verwaltungschef im Land, war am frühen Dienstagmorgen in der Uni-Klinik Rostock an den Folgen einer Herz-Erkrankung verstorben.

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Thomas Leuchert (� 58) war seit 2011 auch Landrat im neuen Gro�kreis Rostock.

Quelle: OZ

Bad Doberan. Der 58 Jahre alte SPD-Politiker hinterlässt eine Frau und acht Kinder. „Mecklenburg-Vorpommern hat einen großen Kommunalpolitiker verloren“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) in einer ersten Stellungnahme.

Leuchert war vor gut zwei Wochen beim Holz- hacken im Wald zusammengebrochen. Er musste im Krankenhaus Bad Doberan wiederbelebt werden, wurde anschließend sofort auf eine Spezialstation in der Uni verlegt. Gestern gegen 8 Uhr morgens hörte sein Herz für immer auf zu schlagen. 1994 hatte Leuchert, der in Frankenberg (Sachsen) geboren wurde, sein Amt als Landrat im Altkreis Bad Doberan angetreten. 2011 gewann er mit deutlicher Mehrheit von 73 Prozent auch die Wahl zum Landrat im neuen Großkreis.

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Thomas Leuchert (� 58) war seit 2011 auch Landrat im neuen Gro�kreis Rostock.

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„Leuchert war über Partei- und Kreisgrenzen hinweg hoch geachtet. Er hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Region zu den wirtschaftlich stärksten in unserem Land gehört“, so Ministerpräsident Sellering. Auch Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zeigte sich tief bestürzt: „Mit ihm verliert das Land einen aufrechten und authentischen Menschen und Politiker.“ Als Landrat habe Leuchert „immer ehrlich, zielsicher und zuverlässig die Interessen seines Landkreises vertreten“ und dem Land viele Impulse gegeben. „Thomas Leuchert war der Landkreis Rostock. An seiner Festigkeit und Überzeugung kam keiner vorbei. Er ist immer Mensch geblieben, hat Verantwortung übernommen — für die Menschen im Land und seine Familie“, sagte Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling. Er bezeichnete Leuchert als „persönlichen Freund und Mitstreiter“. Kreistagspräsidentin Ilka Lochner-Borst (CDU), die Bürgermeisterin der Stadt Laage, sagt: „Unsere Gedanken sind heute bei der Familie.“ Tieftraurig ist auch Wolfgang Kraatz (SPD), der Stellvertreter Leucherts: „Ich verliere einen Freund und Weggefährten.“ Beide hätten zusammen noch viel vorgehabt. „Thomas Leuchert fehlt an allen Ecken und Enden. Er war ein konstruktiver Querdenker. Und er wird nicht zu ersetzen sein“, sagt SPD-Kreischefin Stefanie Drese. Am Rande einer Bürgermeister-Tagung in Binz legten die Teilnehmer eine spontane Schweigeminute ein.

Der Landkreis Rostock muss nach dem Tod Leucherts nun einen neuen Landrat wählen. Im Landeswahlgesetz ist vorgeschrieben, dass eine „Wahl in besonderen Fällen“ spätestens fünf Monate nach dem Ausscheiden des Amtsinhabers stattfinden muss. Heißt: Spätestens im August müsste der Wahltag angesetzt werden. Theoretisch wäre auch denkbar, die Wahl aus Kostengründen mit der Bundestagswahl Ende September zusammenzulegen. „Mit Kandidaten wollen wir uns jetzt aber noch nicht befassen“, so SPD-Chefin Drese. Unklar ist noch, wann und wo Leuchert seine letzte Ruhe finden soll. Ebenfalls offen blieb zunächst, ob es eine offizielle Trauerfeier geben wird.

Andreas Meyer

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