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MV aktuell Rot-Rot-Grün: Jugend bedrängt Sellering
Nachrichten MV aktuell Rot-Rot-Grün: Jugend bedrängt Sellering
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00:05 30.08.2016

Für Kopfschmerzen und Glücksgefühle bei Parteispitzen im Land hat gestern ein Aufruf der Jugendorganisationen von SPD, Linke und Grünen gesorgt: Jusos, Linksjugend (Solid) und Grüne Jugend fordern eine linke Landesregierung nach dem 4. September. Inhaltlich stünden sich die drei Parteien sehr nahe. SPD-Spitzenkandidat Erwin Sellering reagiert wenig amüsiert; er weist die jungen Ratgeber barsch zurück. „Niemand von denen, die sich da zu Wort gemeldet haben, kann für sich in Anspruch nehmen, für die SPD zu sprechen.“

´Wahlalter ab 16, Breitbandausbau, NSU-Untersuchungsausschuss, bessere Integration von Migranten, bessere Jugend- und Sozialarbeit – die Liste der Übereinstimmungen zwischen SPD, Linke und Grünen sei lang, argumentiert deren Jugend. In einer gemeinsamen Erklärung fordern sie, beflügelt durch aktuelle Umfragewerte, die erste rot-rot-grüne Regierung. „Dies sind Signale in Richtung eines dringend benötigten Politikwechsels im Land“, heißt es da. Kein Wunsch, sondern Forderung: „Unser Ziel ist eine progressive, linksgerichtete Politik.“ Dazu sei die konservative CDU nicht der geeignete Partner. In der Flüchtlingsfrage fordern die drei Jugendorganisationen einen Winter- und Nachtabschiebestopp.

Umfragen sahen die SPD zuletzt im Aufwind – 27, 28 Prozent. Linke (13, 14) und Grüne (5, 6) dagegen verloren. Rein rechnerisch wäre Rot-Rot-Grün damit zwar vielleicht nach der Wahl möglich. Dies gilt aber auch für eine Koalition von SPD und CDU (22), die laut Umfragen auf rund 50 Prozent kommen.

Mit dem Aufruf haben sich die Partei-Küken offenbar nicht nur Freunde gemacht. SPD-Chef Sellering mahnt prompt zur Besonnenheit: „Ich kann nur alle auffordern, jetzt die gesamte Kraft in den Wahlkampf zu stecken, damit die SPD am Sonntag wieder stärkste Partei wird“, sagt er. Erst dann werde entschieden, mit wem die SPD womöglich welche Koalition bilde.

Dabei ist die Doppelstrategie der SPD seit Langem klar: Nach zehn Jahren mit der CDU sei das Linksbündnis durchaus eine Option, ist zu hören. So wolle die SPD „den Preis hochtreiben“. Da löst der Vorstoß von Jusos und Co. dann auch bei der CDU nur eine säuerliche Reaktion aus: „In Zeiten wie diesen brauchen wir keine politischen Experimente“, kommentiert Generalsekretär Vincent Kokert. „Wer die CDU wählt, weiß, was er bekommt. Bei der SPD ist das offenkundig nicht der Fall.“ Auch FDP-Spitzenkandidatin Cécile Bonnet-Weidhofer warnt: Nur ihre Partei sei „Garant gegen einen Links- oder Rechtsruck, der dem Standort MV schaden würde“.

Entspannt gibt sich dagegen Grünen-Landeschef Andreas Katz. Die Grüne Jugend sei eigenständig. „Es ist ihr gutes Recht, eine eigene Position zu vertreten“, so Katz. Seine Partei konzentrierte sich jetzt auf den Schlussspurt im Wahlkampf. Sie wolle „klare Kante gegen Rechtspopulismus und Hass im Land“ zeigen.

Linken-Chefin Heidrun Bluhm freut sich sogar über den jugendlichen Vorstoß – „so wie es auch schon andere Gruppierungen innerhalb dieser drei Parteien getan haben“. Die Linke stehe für ein soziales, gerechtes, friedliches Land. Bluhm: „Und das natürlich auch in Regierungsverantwortung.“

Frank Pubantz

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