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Ruder-Stars fordern Reformen

Nach den Sommerspielen von Rio: Athleten aus MV ziehen Bilanz und blicken nach vorn Ruder-Stars fordern Reformen

Olympia-Quartett aus MV kritisiert Verband / Achter-Schlagmann Ocik plädiert für Ablösung des Sportdirektors

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Felix Drahotta (27), Silbermedaillengewinner mit dem Achter

Rostock. Wenige Tage nach Abschluss der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro üben die Ruderer aus Mecklenburg-Vorpommern scharfe Kritik am eigenen Verband und fordern (personelle) Konsequenzen. „Verbandsintern muss es Änderungen geben, sonst wird es sehr schwierig, das Niveau zumindest zu halten“, sagt der Schweriner Hannes Ocik, der mit dem Deutschland-Achter die Silbermedaille gewonnen hat. Das System im Deutschen Ruder-Verband (DRV) sei „möglicherweise nicht mehr zeitgemäß“, urteilt auch der Rostocker Stephan Krüger (Platz acht im Doppelzweier). Marie-Louise Dräger (Platz elf im leichten Doppelzweier) sieht ebenfalls Handlungsbedarf: „Ich denke, dass sich grundlegend etwas ändern muss.“

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Olympia-Quartett aus MV kritisiert Verband / Achter-Schlagmann Ocik plädiert für Ablösung des Sportdirektors

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DRV-Präsident Siegfried Kaidel kündigt für die „nächsten Wochen“ eine Auswertung der Rio-Spiele an. Gemeinsam mit Cheftrainer Marcus Schwarzrock und Sportdirektor Mario Woldt werde man „das Ganze aufarbeiten“ und sich „darüber unterhalten, wie es weitergehen soll“, erklärt Kaidel der OZ. Mit der Medaillenausbeute sei der DRV aber zufrieden: „Es ist das gleiche Ergebnis wie in London 2012, damit sind wir zum zweiten Mal bei Olympia stabil.“ Hinter Großbritannien belegte die DRV- Flotte mit zwei Mal Gold und ein Mal Silber in der Nationenwertung Rang zwei. „Das hatten wir schon seit Jahren nicht mehr“, frohlockt Cheftrainer Schönrock.

Die vier Olympia-Ruderer aus MV ziehen dennoch ein eher kritisches Fazit. „So erfolgreich waren wir nicht. Wir hatten drei Boote im Finale, die auch alle eine Medaille geholt haben. Aber die restlichen Bootsklassen sind doch ziemlich auf der Strecke geblieben“, urteilt Dräger mit Blick auf das schwache Abschneiden der Kleinboote: „Da muss man das ganze System hinterfragen.“ Felix Drahotta (Silber mit dem Achter) und Krüger teilen die Auffassung ihrer erfahrenen Teamkollegin. „Was Großboot-Leistungen angeht, sind wir gut aufgestellt, aber in den Kleinbooten müssen wir besser werden“, ergänzt Drahotta. „Vielleicht müssen wir uns an Nationen wie Neuseeland orientieren – ein Land, das so groß ist wie Deutschland, aber nur vier Millionen Einwohner hat und uns fast überall davonfährt“, meint Stephan Krüger.

In ungewöhnlich scharfer Form attackiert Ocik DRV-Sportdirektor Mario Woldt. „Wir haben im Verband mindestens zwei Leute, die an der falschen Position sind. Unser Sportdirektor macht alles, aber nicht seinen Job! Gerade bei Olympia hat er viel versaut“, wettert der 25-jährige gebürtige Rostocker. Der seit 2010 amtierende Woldt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Gravierende Probleme sieht Ocik beim Übergang von den Junioren zu den „Großen“. Das deutsche Rudern verfüge zwar über guten Nachwuchs, der Verband schaffe es aber nicht, „die Talente zu halten, bis sie da ankommen, wo ich jetzt bin“, sagt der Achter-Schlagmann und verweist auf das schwierige Nebeneinander von Leistungssport und Job bzw. Ausbildung. „Viele hören im U-23-Bereich auf, weil die berufliche Karriere wichtiger ist“, sagt Ocik, der selbst eine Ausbildung bei der Landespolizei in Güstrow absolviert.

Der Umstand, dass der deutsche Rudersport zumindest in Teilen „für die Zukunft schlecht aufgestellt“ sei, habe keine finanziellen Ursachen, urteilt Silbermedaillengewinner Ocik: „Es ist überall Geld da, es wird nur nicht an den richtigen Stellen eingesetzt.“

Sönke Fröbe

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Rostock
Schlagmann Hannes Ocik (25, vorn) aus Schwerin gewann mit dem Deutschland-Achter in Rio die olympische Silbermedaille.

Das Olympia-Quartett aus Mecklenburg-Vorpommern schlägt Alarm und fordert Reformen beim DRV. Achter-Schlagmann Hannes Ocik plädiert für die Ablösung des Sportdirektors.

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