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MV aktuell „Rügen-Autobahn“ wird ab Mitte Juli weitergebaut
Nachrichten MV aktuell „Rügen-Autobahn“ wird ab Mitte Juli weitergebaut
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00:30 09.07.2016

Jetzt geht es schnell: Die umstrittene „Rügen-

Autobahn“, die Bundesstraße 96n, wird weitergebaut. Bereits am 19. Juli soll Spatenstich für den sieben Kilometer langen Abschnitt von Samtens bis Bergen sein – mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Drei Jahre Bauzeit sind vorgesehen. Kosten: 52 Millionen Euro. Umweltschützer sind empört, weil die Insel Rügen weiter verschandelt werde. Die Wirtschaft hingegen jubelt.

Eine „deutliche Entlastung“ für den Verkehr vor allem in den Sommermonaten verspricht sich Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) vom Weiterbau der Bundesstraße. „Der Spatenstich ist der Startschuss für das letzte Teilstück der neuen Inselanbindung. So wird Rügen für Einheimische wie Urlauber besser erreichbar werden“, sagt er. Nervende Staus sollen so vermieden werden. Zudem würden Engpässe im Wirtschaftsverkehr beseitigt. Wichtig sei die neue B 96 vor allem für den Hafen Sassnitz-Mukran, sagt Claus Ruhe Madsen, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rostock: „Für die regionale Wirtschaft ist das eine sehr gute Nachricht. Wir brauchen vernünftige Infrastruktur.“ Gerold Jürgens, Unternehmerverband Vorpommern, sprach von einem „Gewinn für die Wirtschaft“.

„Das ist unmöglich“, schimpft dagegen Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Mecklenburg-Vorpommern. Seit Jahren gebe es erhebliche Vorbehalte gegenüber dem Bau, da sich die neue Trasse durch sensible Wald- und Wiesenflächen ziehen soll, unter anderem mit einer Brücke über das Sehrowbachtal.

Als „Katastrophe für die Insel Rügen“ beurteilt Marlies Preller vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) das Projekt. Seit 1998 kämpfe sie dagegen. „Aber die Mächtigen machen, was sie wollen.“ Sie sehe viele Tierarten in Gefahr: Fledermäuse, Gänse, Kraniche, Lurche. Bei Bergen müsse eine 100 Meter breite Schneise in den Wald geschlagen werden. „Das ist irrwitzig“, so Preller. Das Verkehrsproblem auf der Insel werde sich aus ihrer Sicht sogar vergrößern, wenn noch mehr Touristen mit dem Auto kommen.

20 Kilometer misst die B 96n insgesamt. Der 13 Kilometer lange Südabschnitt von Altefähr bis Samtens war Ende vergangenen Jahres eröffnet worden. Der Nordabschnitt erhalte wie der bestehende zwei Spuren plus Zusatzfahrstreifen zum wechselseitigen Überholen, sagt Steffen Wehner aus dem Verkehrsministerium. Fünf Bauwerke seien entlang der Trasse geplant, darunter drei Brücken.

Die 52 Millionen Euro für den Straßenabschnitt soll komplett der Bund tragen. Naturschützer von Babu und BUND haben Zweifel, ob dies ausreicht. Denn die ursprünglich geplanten 80 Millionen Euro für das Gesamtprojekt seien bereits im ersten Abschnitt verbaut gewesen. Zuletzt gab es bei Rambin Klagen von Anwohnern wegen des verwendeten „Brüllbetons“. Beim Nordabschnitt der B 96n sei „lärmmindernder Asphalt“ geplant, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Die Fertigstellung der Bundesstraße sei für 2019 vorgesehen. Damit wäre eine gute Verbindung von der Autobahn 20 bis zum Herzen der Insel gegeben. Die neue Strelasundquerung ist seit 2008 nutzbar.

Frank Pubantz

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