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MV aktuell Größter Ostsee-Windpark vor Rügen in Betrieb genommen
Nachrichten MV aktuell Größter Ostsee-Windpark vor Rügen in Betrieb genommen
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17:09 29.10.2018
Offshore-Windpark Wikinger vor Rügen feierlich eingeweiht Quelle: Iberdrola & MaR
Sassnitz/Berlin

Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat am Montag seinen Offshore-Windpark „Wikinger“ in der Ostsee vor der Insel Rügen offiziell in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 350 Megawatt ist „Wikinger“ der bislang größte Windpark in der deutschen Ostsee und der erste Iberdrola-Windpark in deutschen Gewässern. Er kann Strom für rund 350 000 Haushalte liefern. Iberdrola investierte eigenen Angaben zufolge rund 1,4 Milliarden Euro in den Bau des Parks rund 30 Kilometer nordöstlich von Rügen.

„Wikinger“ sei ein neuer Schritt in dem Bestreben, sauberen, effizienten und zuverlässigen Strom anzubieten, sagte der Kaufmännische Vorstand von Iberdrola, Francisco Martinez Corcoles am Montag. Das Unternehmen plant mit „Baltic Eagle“ bereits einen weiteren Windpark in der deutschen Ostsee. Das Genehmigungsverfahren läuft.

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Die produzierte Strommenge entspricht in etwa 20 Prozent des Energiebedarfs des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Mit den weiteren geplanten Windpark-Projekten könne man in einigen Jahren sagen, Mecklenburg-Vorpommern versorge sich allein mit Offshore-Strom, zeigte sich Energieminister Christian Pegel (SPD) zuversichtlich. Offshore-Windenergie biete erhebliche beschäftigungs- und industriepolitische Chancen für das Land. Neben den Anlagenherstellern profitierten auch die maritime Industrie, Zulieferer, Dienstleister und Häfen – vor allem Sassnitz. Dort haben Iberdrola wie auch Eon die Betriebsgebäude für ihre Offshore-Windparks errichtet und schaffen jeweils rund 50 Dauerarbeitsplätze.

Die Bauarbeiten für „Wikinger“ begannen im Frühjahr 2016. Teilweise wurden die Fundamente für die 70 Anlagen bis zu 40 Meter tief im Boden der Ostsee verankert. Die Rotoren der 5-Megawatt-Turbinen haben einen Durchmesser von 135 Metern – und damit in etwa die doppelte Höhe der Berliner Siegessäule. Der Strom wird über die etwa 90 Kilometer lange Stromtrasse „Ostwind 1“ des Netzbetreibers 50Hertz nach Lubmin abgeführt, wo er ins deutsche Leitungsnetz eingespeist wird. Der Probebetrieb startete bereist im Dezember 2017.

Investitionen von 2,5 Milliarden Euro

50Hertz hat bislang 2,5 Milliarden Euro in die Netzanbindung von Windparks vor der Küste des Landes investiert, wie Vorstand Boris Schucht sagte. Er appellierte an das Land, weiter in den Ausbau von Erneuerbaren Energien zu investieren. Die Potenziale seien noch nicht ausgeschöpft.

Das Windpark-Projekt „Baltic Eagle“ von Iberdrola, für das die Bundesnetzagentur im April den Zuschlag erteilt hatte, befindet sich nach Angaben des Konzerns bereits in einem fortgeschrittenen Stadium des Genehmigungsverfahrens. „Baltic Eagle“ mit einer Leistung von 476 Megawatt soll ebenfalls vor Rügen entstehen. Baugrunduntersuchungen wurden bereits begonnen.

In der deutschen Ostsee wird immer mehr grüner Strom erzeugt. Seit 2011 und 2015 sind mit „Baltic 1“ (48,3 Megawatt - vor dem Darß) und „Baltic 2“ (288 Megawatt - nordwestlich von Rügen) zwei kommerzielle Windparks des Karlsruher Energiekonzerns EnBW am Netz. Die Energieriesen Eon und Equinor (früher Statoil) errichten derzeit in unmittelbarer Nähe des Wikinger-Feldes den Windpark „Arkona“ mit einer Leistung von 385 Megawatt. Auch dieser Strom soll über die 50Hertz-Leitung „Ostwind 1“ nach Lubmin abgeführt werden.

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Martina Rathke