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MV aktuell Rügener Schiff steuert nach Spanien
Nachrichten MV aktuell Rügener Schiff steuert nach Spanien
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00:19 13.06.2018
Das Rettungsschiff „Aquarius“ nähert sich einem Hafen. Spanien wird die rund 600 Flüchtlinge aufnehmen. Die „Aquarius“ war einst von Sassnitz auf der Insel Rügen aus gestartet. Quelle: Fotos: Dpa

Rom/Rügen Nach der Sperrung der italienischen Häfen für das auf Rügen gecharterte Rettungsschiff „Aquarius“ bereiten Seenotretter den Transport der 629 aufgenommenen Migranten nach Spanien vor. Die „Aquarius“ selbst werde mit den restlichen 229 Insassen folgen. Die Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée hatten vergeblich vor der mehrtägigen Fahrt von dem Meeresgebiet zwischen Italien und Malta nach Valencia gewarnt. Die EU-Partner zeigten sich angesichts des Vorgehens der populistischen Regierung in Rom gespalten.

Das ursprünglich als Fischereischutzboot gebaute Schiff „Auquaris“ gehört der Lietzower Reederei „Jasmund Shipping“. Die Hilfsorganisation SOS Mediterranee hat es gechartert und ist mit ihm im Februar 2016 von Mukran aus zur humanitären Mission ins Mittelmeer aufgebrochen. Seitdem wurden mit der „Aquarius“ Tausende Menschen vor dem Ertrinken gerettet.

Am Dienstag begann der aufwendige Transfer von 400 Menschen von der „Aquarius“ auf zwei Schiffe der italienischen Küstenwache und der Marine. Gemeinsam sollten die drei Schiffe in den kommenden Stunden in See stechen. 1500 Kilometer müssen laut SOS Méditerranée zurückgelegt werden. Die Küstenwache schätzt, dass das vier Tage dauern wird.

Erstmals hatte Italien unter der neuen populistischen Regierung einer Hilfsorganisation die Einfahrt in den Hafen verweigert. Nachdem auch Malta den Hafenzugang verwehrt hatte, schaltete sich am Montag die spanische Links-Regierung ein und bot die Aufnahme der Migranten an. Die Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und fremdenfeindlicher Lega will der Routine einen Riegel vorschieben, dass Rettungsschiffe wie die „Aquarius“ Migranten aus seeuntüchtigen Booten retten und nach Italien bringen. Die französische Regierung übte scharfe Kritik an der Zurückweisung des Rettungsschiffs: Regierungssprecher Benjamin Griveaux sprach in Paris vom „Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung“. Italiens

Verkehrsminister Danilo Toninelli verteidigte das Vorgehen. Es handle sich um „angemessenen politischen Pragmatismus, den es vorher nicht gab. Aber auch andere Länder müssten Verantwortung übernehmen.

Spanien will mit der Aktion des Schiffs nun ein Zeichen für ganz Europa setzen: Die Aufnahme der 629 Flüchtlinge sei eine „rechtliche Pflicht“, die Spanien „nicht umgehen will“, so

Vize-Regierungschefin Carmen Calvo. „Hier handelt es sich ja nicht um Einwanderung, sondern um eine Ausnahmesituation.“E. Rappold

OZ

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