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Rügener Wunder: Frau stürzt am Kliff 65 Meter tief – fast unverletzt!

Sassnitz Rügener Wunder: Frau stürzt am Kliff 65 Meter tief – fast unverletzt!

Urlauberin (76) fällt nahe dem Königsstuhl aus 100 Metern Höhe / Sie bleibt in einem Gebüsch an der Steilküste hängen und entgeht so dem tödlichem Aufprall

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Dass jemand einen Sturz aus dieser Höhe überlebt, ist fast ein Wunder.“Sven Teschulat, Wehrführer Sassnitz

Sassnitz. Was für ein Glück im Unglück: Eine 76-jährige Urlauberin ist an der Rügener Steilküste mehr als 65 Meter in die Tiefe gefallen – und dabei offenbar fast unverletzt geblieben, weil sie von einem Gebüsch aufgefangen wurde. „Dass jemand einen Sturz aus dieser Höhe überlebt, ist fast ein Wunder“, sagt Sven Teschulat, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz, der den Rettungseinsatz leitete.

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Urlauberin (76) fällt nahe dem Königsstuhl aus 100 Metern Höhe / Sie bleibt in einem Gebüsch an der Steilküste hängen und entgeht so dem tödlichem Aufprall

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Der Vorfall ereignete sich Montagnachmittag im Bereich Königsstuhl unweit von Sassnitz, etwa 500 Meter südlich der bekannten Victoriasicht. Die Reisegruppe, zu der die Rentnerin gehörte, war laut Einsatzkräften mit dem Bus zum Nationalpark Jasmund gefahren und dort gewandert. Auf dem Rückweg bemerkten die Urlauber, dass die 76-Jährige fehlte. Sie war offenbar in die andere Richtung abgebogen.

Ein Mitreisender machte sich auf dem kilometerlangen Hochuferweg in Richtung Sassnitz auf die Suche, fand die Frau aber nicht. Sie war mittlerweile von Spaziergängern etwa 500 Meter südlich der Victoriasicht entdeckt worden.

„Dort hing sie in dem Gebüsch am Kliff in 65 Metern Tiefe“, schildert Wehrführer Teschulat. Die Kreidefelsen sind an dieser Stelle rund 100 Meter hoch. Das Gebüsch hatte offenbar den Sturz der Frau abgefangen und ihr so das Leben gerettet. Sie erlitt nur ein paar Abschürfungen.

Die Bergung gestaltete sich kompliziert: Die Feuerwehr war nahezu mit dem kompletten achtköpfigen Höhenrettungstrupp und weiteren Kameraden ausgerückt. Von der Victoriasicht aus mussten sie ihre Ausrüstung bis zur Unglücksstelle schleppen. Dort kümmerte sich ein abgeseilter Rettungssanitäter um die Verunglückte. Mit zwei Feuerwehrleuten legte er die Frau in die Trage des Höhenrettungstrupps, in der die übrigen sie an einem Seil nach oben auf die Kliffkante zogen, verdeutlicht Teschulat. Zur genauen Herkunft der Urlauberin machte er keine Angaben.

Für die Höhenretter der Insel Rügen war es in diesem Jahr der erste Einsatz. In den Vorjahren mussten die Kameraden weit öfter ausrücken, um Menschen an der Kreideküste in Not zu befreien.

Im Juli 2015 war eine 56 Jahre alte Urlauberin am Hang zwischen Lohme und Ranzow gestürzt und schwer verletzt worden. Sie musste zum Strand getragen und per Schiff abtransportiert werden. Nur wenige Tage später geriet am Hochufer in Göhren ein älteres Paar mit zwei Enkelinnen (5 und 6) in eine Notlage, als sie versuchten, den Steilhang hinaufzuklettern. Bei der Klettertour wurden der 60-jährige Großvater und ein Mädchen leicht verletzt. Vor zwei Jahren musste ein Jugendlicher von der Feuerwehr aus der Felswand am Königsstuhl gerettet werden. In 40 Metern Höhe hing der Junge fest, der zusammen mit einem Freund vom Ufer aus den gefährlichen Aufstieg zum markantesten Kreidefelsen der Insel gewagt hatte. Er kam mit Schürfwunden am Bein davon.

Maik Trettin und Axel Büssem

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