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MV aktuell Rügens Küstenputz-SEK hat die Jury überzeugt
Nachrichten MV aktuell Rügens Küstenputz-SEK hat die Jury überzeugt
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02:20 20.07.2016
Falk Herrmann (11), Kim Riedel (11), Lucas Hoog (15) und Jonas Petzold (15) mit dem am Bug gesammelten Müll. Quelle: Anne F. Ziebarth

Wenn das Sondereinsatzkommando (SEK) Küstenputz der Regionalen Schule „Windland“ in Altenkirchen auf Rügen ausrückt, haben Müll und Dreck keine Chance. Schüler der 5. bis 10. Klassen treffen sich einmal pro Woche, um im Norden der Insel Strände zu reinigen, seltene Pflanzen zu kartieren und die Ergebnisse der Einsätze auszuwerten. Für die Erkenntnisse der jungen Umweltschützer interessiert sich auch die Wissenschaft: Das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde etwa bezieht Daten über die Verschmutzung eines Strandabschnitts.

Succow-Stiftung

1997 war dem Greifswalder Ökologen Prof. Michael Succow der Alternative Nobelpreis verliehen worden. Das Preisgeld stellte der heute 75-Jährige, der in Wackerow bei Greifswald lebt, für die Gründung einer Naturschutzstiftung zur Verfügung. Die Stiftung setzt sich weltweit für den Erhalt einzigartiger Naturräume ein, ist aber auch in Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

„Seit 2009 gibt es den SEK-Kurs“, sagt Lehrer Rolf Schernus, der das Projekt betreut. Der Zuspruch wuchs ständig, derzeit machen 21 Schüler mit, die rund 25 Kilometer Küste betreuen. „Seit diesem Jahr gehört auch der Bug, die Landzunge im Nordwesten Rügens, zum Untersuchungsgebiet“, erklärt der 15-jährige Lucas Hoog. Mit diesem Bereich, der im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft liegt, bewarb sich die Schule beim Wettbewerb der Biologischen Vielfalt – und gewann.

Die Greifswalder Michael-Succow-Stiftung hatte den Wettbewerb für Initiativen ausgelobt, die zum „Hotspot 29“ gehören, einem Gebiet mit besonders vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten. 30 solcher „Schatzkästen der Natur“ fördert das Bundesamt für Naturschutz. Am Bug sammelten die Schüler an 3,5 Kilometern Strand in sieben Einsätzen 2600 Liter Müll: 22 Säcke voll, außerdem Autoreifen, Plastikkisten, die Stoßstange eines Autos. „Der Müll stammt von Strandbesuchern oder wird angeschwemmt“, berichtet Falk Herrmann (11). In den Teilen verfangen sich Tiere, auch das Fressen der Kunststoffe hat für die Meeresbewohner oft tödliche Folgen. „Außerdem zersetzt sich der Kunststoff in winziges Mikroplastik und gelangt so auch in die Nahrungskette“, ergänzt Kevin Leopold (11).

Der Preis für dieses Projekt: ein „Fest der Biodiversität“, das die Schüler morgen feiern können. Auch Justus Mathies vom Imkerverein Recknitztal aus Marlow-Poppendorf sei eingeladen, berichtet Schulleiterin Kirsten Knebusch. Der hatte sich mit einem Schwarzbienen-Projekt am Wettbewerb beteiligt und eine Anerkennung erhalten, ebenso wie die Kur- und Tourismus GmbH Zingst.

Den Wettbewerb soll es bis 2019 jedes Jahr geben, sagt Renée Moreaux von der Succow-Stiftung. Dreimal also wird auch noch ein Fest gefeiert, bei dem ein Lebensraum an der Küste näher beleuchtet wird.

Beim Auftakt 2015 war es die Wiese, morgen nun der Strand. „Auch Wald, Moor und Meer sind sehr interessant“, meint Projektleiterin Moreaux.

A. Ziebarth/e. Ehlers

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