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Russlandtag in Rostock und Wismar: Teilnehmer sagen nur zögerlich zu

Schwerin/Rostock Russlandtag in Rostock und Wismar: Teilnehmer sagen nur zögerlich zu

Mitten in der Ukraine-Krise hat das Land Mühe, Redner zu finden.

Schwerin. Nach der wegen des Ukraine-Konflikts scharfen Kritik an dem in fünf Wochen geplanten Russlandtag gerät die Landesregierung nun bei der Organisation ihrer Veranstaltung in Schwierigkeiten. Wirtschaftsvertreter aus Russland und Mecklenburg-Vorpommern sagen ihre Teilnahme nur zögerlich zu. Wie aus dem von der Staatskanzlei für den Russlandtag eingerichteten Onlineportal hervorgeht, haben von den 47 für Vorträge, Impulsreferate und Moderationsaufgaben vorgesehenen Experten und Rednern erst 26 eine entsprechende Einladung angenommen. Der Russlandtag beginnt am 30. September mit einem Abendempfang im Warnemünder Neptun-Hotel. Am 1. Oktober stehen in Rostock und Wismar diverse Reden und acht Fach-Workshops auf dem Programm, bei denen Unternehmer aus beiden Ländern über verschiedene Aspekte und künftige Handelsstrategien diskutieren sollen. Für Workshop Nummer drei — Überschrift: „Energie und Energietechnik“ — hat bisher kein einziger der fünf vorgesehenen Referenten zugesagt. Geleitet werden soll die Runde vom Präsidenten der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK), Claus Ruhe Madsen.

Obwohl die IHK Sponsor und Partner des von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) vorangetriebenen Russlandtages ist, hat Madsen selbst noch nicht fest zugesagt. Für einen weiteren Workshop zum Thema Land- und Forstwirtschaft liegt bisher lediglich die Teilnahmebestätigung von Agrarminister Till Backhaus (SPD) vor. Auch der größte russische Unternehmer in MV, Nordic-Chef Witalij Jussufow, behält es sich vor, den Russlandtag zu besuchen. Er soll ebenfalls ein Impulsreferat halten. Bahn-Chef Rüdiger Grube ist sich noch nicht sicher, ob er kommt. Vom Ex-Kanzler und Putin-Vertrauten Gerhard Schröder gibt es indes eine Zusage.

IHK-Präsident Madsen macht den Erfolg des Russlandtages vom weiteren Verlauf der Ukraine-Krise abhängig. „Die Veranstaltung soll stattfinden, aber nicht um jeden Preis“, sagte er der OZ. „Zu wirtschaftlichen Themen werde ich dort gern sprechen, aber politische Repräsentanten aus Russland zu begrüßen, das ist nicht meine Sache“, sagte Madsen. Es sei aber wichtig, den Kontakt zu Russland nicht abreißen zu lassen.

Zudem riet Madsen Unternehmen in MV, sich nicht zu einseitig auf Russland zu konzentrieren, „besonders dann, wenn man beispielsweise auch Handelspartner in Frankreich hat, die das unter Umständen nicht begrüßen“.

Jürgen Suhr, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Landtag, sagte, dass „die Bedenken bei den geplanten Rednern und Referenten größer sind als die Landesregierung bisher eingeschätzt hat“.

Linke-Fraktionschef Helmut Holter, begrüßt den Russlandtag zwar grundsätzlich. Er riet Sellering aber, „sich zu sputen, damit die Veranstaltung nicht zum Flop wird.“

Regierungssprecher Andreas Timm betonte, dass Gäste aus Russland oft kurzfristig zusagen würden. „Wir können das Programm auf jeden Fall durchführen.“

 



Benjamin Fischer

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