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SPD will Zuwanderer halten

SPD will Zuwanderer halten

Firma in Waren bildet Ukrainer aus – doch die sollen zurück / Gesetz in Arbeit

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Sprecher der SPD-Fraktion, Manfred Dachner

Quelle: Foto: Spd

Waren/Schwerin . Die Schweriner SPD-Landtagsfraktion will ausbildungswillige Zuwanderer in Mecklenburg-Vorpommern halten. „Wir werden dazu einen Gesetzentwurf in den Landtag einbringen“, kündigte der sicherheitspolitische Sprecher der Fraktion, Manfred Dachner, gestern an. Dabei sollen Nicht-EU-Ausländer, die aktiv Sprachkurse und Ausbildungsstellen suchen, länger bleiben dürfen. Das sei auf der Klausurtagung der Fraktion vor wenigen Tagen vereinbart worden. Geplant sei eine dreijährige Ausbildungsduldung und dann weitere zwei Jahre, in denen Betroffene im Nordosten und in Deutschland arbeiten dürften. „Wir dürfen nicht diejenigen Menschen bestrafen, die sich Mühe geben“, sagte Dachner, der auch den Petitionsausschuss leitet. Damit belohnte man auf der anderen Seite diejenigen, die sich „in die soziale Hängematte legen“.

Anlass für die Bemühungen ist der Fall von vier Männern und einer Frau aus der Ukraine, die seit 2015 eine Ausbildung bei den Mecklenburger Backstuben GmbH (Waren) absolvieren. Ihnen droht die Abschiebung, wie Geschäftsführerin Kathrin Rossa sagte. Man brauche beim Mangel an Arbeitskräften mehr politische Hilfe, hatte Günther Neumann – auch Geschäftsführer in dem Unternehmen – erklärt. Wenn sich Leute integriert haben, sollte es ein Abschiebestopp geben, hatte Jörg Dahms von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten gefordert.

Der Fall der Ukrainer ist nach Dachners Erfahrung kein Einzelfall. Es betreffe etliche Flüchtlinge, die in Bäckereien, der Pflege, Kliniken und generell in der Dienstleistungsbranche tätig seien. Oft betreffe es auch Berufe, für die deutsche Arbeitskräfte schwer zu finden seien.

„Das Ganze ist ein Bundesgesetz, das aber unterschiedlich in Bundesländern umgesetzt wird“, sagte der SPD-Mann. So gebe es Oberverwaltungsgerichte, die eine Ausbildung als „inlandsbezogenen Abschiebungshinderungsgrund“ ansehen. „Wir wollen mit unserem Gesetzentwurf den Betrieben und auch den Betroffenen Sicherheit geben“, sagte Dachner. Man hoffe auch auf Unterstützung von CDU, CSU und SPD in Berlin.

Gleichzeitig forderte er das Schweriner Innenministerium auf, die Abschiebungspraxis im Nordosten stärker an die Bedingungen des Arbeitsmarkts anzupassen. Der Gesetzentwurf solle im März im Landtag eingebracht werden. „Solch ein Gesetz würde uns helfen“, so Neumann. Das Backunternehmen gehört mit etwa 620 Mitarbeitern zu den größten Firmen der Branche in MV.

Winfried Wagner

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