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MV aktuell Sand im Getriebe – Keine Abbaugenehmigungen für Küstenschutz
Nachrichten MV aktuell Sand im Getriebe – Keine Abbaugenehmigungen für Küstenschutz
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00:06 30.01.2018
Am Strand von Zempin auf der Insel Usedom wird antransportierter Sand aufgeschüttet. Hier gab es massive Abbrüche. Quelle: Foto: Stefan Sauer/dpa

Stralsund/Schwerin. Für Sandaufspülungen an der Ostseeküste fehlt weiterhin Sand. Nach Angaben des Umweltministeriums gibt es in Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern zwar ausreichend Lagerstätten, die mit mehr als 70 Millionen Kubikmeter den Sandbedarf für die nächsten 100 Jahre abdecken könnten. Aber es fehlen Abbaugenehmigungen –

mit der Folge, dass bei der Sturmflut 2017 beschädigte Dünen zum Teil erst jetzt oder noch nicht repariert werden konnten. So wartet das Seebad Lubmin noch immer auf die Wiederherstellung von zerstörten Dünenteilen. Der Sand für die Küstenaufspülungen bei Glowe und Gager (Insel Rügen), die vor wenigen Tagen abgeschlossen wurden, stammte aus einer gewerblichen Lagerstätte. Für den Strand in Zempin (Usedom) wurde gar Sand aus Tagebauen angefahren.

Nach Angaben des für Lagerstätten zuständigen Energieministeriums gibt es aktuell keine Zulassungen von Hauptbetriebsplänen für die Sandförderung aus dem Meer für den Küstenschutz. Dagegen sind vom Bergamt Stralsund sechs Hauptbetriebspläne zur Sand- und Kiesgewinnung für gewerbliche Zwecke genehmigt, zwei erst nach der schweren Sturmflut von Januar 2017.

Massive Kritik daran kommt vom Naturschutzverband WWF. Der Verband stuft die Sandförderung im Meer als „generell problematisch“ ein, weil damit Eingriffe in marine Lebensräume verbunden sind.  „Wir brauchen eine klare Priorisierung“, sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp. Sand aus dem Meer dürfe – wenn überhaupt – nur für den Küstenschutz, aber nicht für gewerbliche Zwecke abgebaut werden. Beim Abbau für Dünen und Strandaufspülungen bleibe der Sand zumindest in dem geschlossenen Kreislauf von Abtragung und Anspülung, sagte Lamp.

Das Problem fehlender Abbaugenehmigungen für den Küstenschutz sind offenbar die langwierigen Verfahren. Das Land hatte sich in den 1990er Jahren 16 Flächen zum Sandabbau im Küstenmeer gesichert.

Experten halten das für klug, weil damit die notwendigen Reserven für die kommenden Jahrzehnte gesichert sind. Diese Konzessionen erlauben aber noch keinen Abbau. Bis der erste Saugbagger Sand entnehmen kann, sind langwierige Verfahren erforderlich.  Am Bergamt Stralsund laufen derzeit für den Küstenschutz fünf, für gewerbliche Zwecke sechs sogenannte Rahmenbetriebsplanverfahren. Sie gelten als eine Art Vorverfahren. Naturschutzfachliche und -rechtliche Belange erforderten eine aufwändige Bearbeitung, hieß es aus dem Energieministerium.

Im Umweltministerium wünscht man sich, dass künftig den Verfahren für den Küstenschutz ein gewisser Vorrang eingeräumt werde, weil diese im überwiegend öffentlichen Interesse lägen. Das Ministerium plant Maßnahmen an der Küste Usedoms und Graal-Müritz’. Dazu könnten kurzfristig Aufspülungen durch Sturmflutschäden kommen. Geplant wird mit einer jährlich benötigten Sandmenge von rund 500 000 Kubikmeter.. Rathke

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