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Sanierungsstau: Schulen in MV brauchen 600 Millionen

Rostock Sanierungsstau: Schulen in MV brauchen 600 Millionen

Städte und Kreise fordern mehr finanzielle Hilfe vom Land

Rostock. Bröckelnde Schulgebäude, Klassenräume mit undichten Fenstern und defekten Heizungen: 600 Millionen Euro – so hoch ist der Investitionsstau für die Sanierung von Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Das schätzt der Städte- und Gemeindetag der Landkreise und Kommunen – der Schulträger. Die Linken im Landtag fordern dazu von der Landesregierung ein neues Schulbauprogramm.

Beispiel: Die Regionale Schule „Ernst Moritz Arndt“ in Greifswald wartet seit acht Jahren auf eine umfassende Sanierung ihres maroden Gebäudes. Im kommenden Sommer soll es endlich losgehen.

„Eigentlich muss alles gemacht werden“, sagt Schulleiterin Angela Leddin. Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Dach, neue Räume – die Liste ist lang. Geplante Kosten: 6,6 Millionen Euro. Die Sanierung wird ganze zwei Jahre dauern. „Da müssen wir durch“, sagt die Schulleiterin. Für den Neubau zweier weiterer Schulen in Greifswald werden 18 Millionen sowie sechs Millionen Euro eingeplant.

Städtebaufördermittel aus Schwerin gibt es 2016 aber nur in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Eine Komplettsanierung erwartet ebenso die Integrierte Gesamtschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in Wismar. Etwa 1,5 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, die nach Plan erst im Jahr 2024 abgeschlossen sein soll. Das Problem: „Viele andere Schulen sind vor uns dran“, sagt Schulleiterin Anka-Sybille Obermeier.

Ähnliches Bild in Rostock: Hier werden in den nächsten zwei Jahren für mehr als 31 Millionen Euro Schulen und Sportanlagen saniert. Jedoch: „Die Landesregierung hat sich in diesem Jahr durch die willkürliche Vergabe von Städtebaufördermitteln gegen Schulsanierungen in der Hansestadt entschieden“, kritisiert Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Das Wirtschaftsministerium verweist hingegen auf das Städtebauförderprogramm des Landes: 6,8 Millionen Euro werden 2016 von Land und Bund für Sanierung und Neubau von Schulen bereitgestellt.

Für die Linken im Landtag stecken die Schulen in MV in einem Dilemma: Die Kommunen und Kreise seien als Schulträger für den Bau und die Sanierung verantwortlich, sagt Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Das Bildungsministerium dagegen für die innere Schulverwaltung, wie Klassengröße oder Anzahl der Unterrichtsstunden. Deshalb müsse eine Schulbau- Richtlinie her. „Die Schulträger brauchen Rechtssicherheit“, fordert Simone Oldenburg.

Bernhard Schmidtbauer und Michaela Krohn

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