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Sauber! Ostsee, Seen und Flüsse top

Rostock Sauber! Ostsee, Seen und Flüsse top

Gut 96 Prozent der Strände im Land locken mit bester Wasser-Güte – Gründe für Ausnahmen bleiben ungenannt

Rostock. Die Badesaison kann starten: Komplett blau leuchtet die Karte für Badewasserqualität in MV, die Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) gestern vorgestellt hat.

Botschaft: An allen 494 Seen, Flüssen oder Ostseestränden, an denen regelmäßig Proben entnommen werden, kann gebadet werden. Vier Strände sind mit „mangelhaft“ bewertet, das erfährt der Besucher der Gewässerkarte (www.badewasser-mv.de) allerdings erst, wenn er tiefgründiger forscht. Die Gründe lägen in unterschiedlichen Bewertungssystemen von Land und EU. Elf Badestellen erhielten das Prädikat „ausreichend“, 40 „gut“ und 437 „ausgezeichnet“. Ursachen für schlechte Noten kann das Ministerium nicht nennen.

Damit seien 96,5 Prozent der Badestellen positiv bewertet, sagt Hesse. „Ein guter Wert.“ Ziel der Messungen und Auswertung sei es vor allem, „dass die Menschen sicher baden gehen können.“ Vier Badestellen sind mit „mangelhaft“ eingestuft. Dies hänge mit früheren Messwerten zusammen, erklärt Christoph Moeller, Sprecher des Sozialministeriums. Nach einer Forderung der EU müssen Werte aus vier Jahren in die Bewertung einfließen, was in der Vergangenheit oft zu Unmut bei Bürgermeistern oder Kurdirektoren führte. Heißt: Auch wenn aktuelle Messwerte unbedenklich sind – alle vier Wochen wird gemessen –, könne es zu einer Herabstufung des Prädikats kommen. Welche Ursachen letztlich im Einzelfall zur schlechteren Benotung führten, bleibt unklar: Dem Ministerium und dem Landesamt für Gesundheit lägen dazu „keine Angaben vor“. Zuständig seien die Kommunen.

So ist die Glöwitzer Bucht des Barther Boddens als „mangelhaft“ bewertet; von 2012 bis 2015 gab es sogar Badeverbot, da mehrere Messwerte die Grenzen überschritten. Einziger Hinweis:

Abwassereinleitung. Gesundheitsämter prüften jeweils das Vorkommen von Coli-Bakterien und „Investinalen Enterokokken“, vermutlich verursacht durch Fäkalien von Tier und Mensch. Unter der aktuellen Probe vom 11. Mai am Barther Bodden steht allerdings: „zum Baden geeignet“. Gleiches gilt für die Badestellen am Göldenitzer Teich (Kreis Rostock), am Massower See und im Stadthafen von Waren/Müritz.

Dem Gros der Gewässer wird eine ausgezeichnete Qualität bescheinigt. Gut 80 Strände hab einen behindertengerechten Zugang.

Zufriedenheit beim Landestourismusverband. Sauberes Wasser locke Touristen, sagt Präsident Jürgen Seidel. „Das ist ein gutes Argument für die Werbung.“

Die Linke im Land fordert mehr Sicherheit an den Stränden. „Wo die Kommunen die Überwachung nicht bezahlen können, gibt es auch keine“, so Karin Stramm. Thorsten Erdmann, Deutsche Lebensrettergesellschaft (DLRG), regt Förderprojekte zur Ausbildung junger Rettungsschwimmer an. Denn natürlich gebe es auch Engpässe. Rund 1500 Ehrenamtler setzt die DLRG über den Sommer ein. In der Vor- und Nachsaison fehlten oft geeignete Bewerber.

Ministerin Hesse ist vor allem wichtig, dass Kinder schwimmen lernen. Wie hoch der Anteil der Schwimmer bei Schülern liegt, weiß das Bildungsministerium allerdings nicht, da manche Schulen mangels Schwimmbad keinen Unterricht anböten. Von 12000 Kindern im Schwimmunterricht hätten im vergangenen Jahr 85 Prozent ein Abzeichen erlangt.

Frank Pubantz

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