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Sauber versenkt! 720 Flaschen Wein im Bodden verschwunden

Greifswald Sauber versenkt! 720 Flaschen Wein im Bodden verschwunden

Der Greifswalder Rotspon sollte der Verkaufsschlager zu Weihnachten werden. Doch bei der Testhebung suchten Bergungstaucher den Schatz stundenlang ohne Erfolg.

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Garantiert diebstahlsicher: Die Weinflaschen im Stralsunder Ozeaneum können auf keinen Fall gestohlen werden.

Quelle: Jens Koehler

Greifswald. Diebstahl oder Schatzsuche an der falschen Stelle? Ganz Greifswald rätselt über die 720 Wein- und 30 Sektflaschen, die vom Meeresboden der Dänischen Wiek (Greifswalder Bodden) verschwunden sind. Die Suche musste am Donnerstag nach drei Stunden abgebrochen werden, wie Alexander Lau (41) mitteilte. Der Mitarbeiter der Hanseatischen Kolonialwaren Gesellschaft Rostock wollte den edlen Tropfen gemeinsam mit dem Greifswalder Fremdenverkehrsverein vermarkten. Der Rebensaft sollte der Verkaufsschlager in der Weihnachtszeit werden.

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Garantiert diebstahlsicher: Die Weinflaschen im Stralsunder Ozeaneum können auf keinen Fall gestohlen werden.

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Mit viel Tamtam wurden die Flaschen Anfang Juni versenkt. Der Plan: Nach fünf Monaten soll das Glas mit Algen bewachsen sein. Zusätzlich verleihe der außergewöhnliche Lagerort dem Rotspon eine besondere Note, weil die Flaschen im Wasser ständig sanft hin- und herbewegt werden.

Eine zehnköpfige Crew fuhr damals auf dem Traditionssegler „Hoffnung“ auf den Greifswalder Bodden hinaus. Gut eine Stunde dauerte der Törn zum Versenkungsort. Die sorgfältig notierten GPS-Daten galten nicht nur als streng geheim, sondern vor allem als extrem verlässlich. Christina Spierling, Geschäftsführerin des Fremdenverkehrsvereins Greifswald, ließ keinen Zweifel daran, dass die Flaschen mit Hilfe der Koordinaten sofort wiedergefunden werden. Jedoch nicht von potenziellen Schatzräubern, sondern allein von den Organisatoren der Werbeaktion. Derzeit gibt man sich eher wortkarg.

Antje Mayfarth (60), die Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins hofft, dass das trübe Wasser Schuld am fehlgeschlagenen Bergungsversuch ist. „Wir haben die Flaschen aus Kommission gekauft. Der wirtschaftliche Schaden würde dem Händler entstehen“, sagt Mayfarth. Es geht um einen Verkaufswert von mehr als 7000 Euro. Die Hanseatische Kolonialwaren Gesellschaft sieht das gelassen. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit haben wir einfach an der falschen Stelle gesucht“, betont Lau.

Die Flaschen wurden in einer Gitterbox auf dem Boden des Boddens deponiert. Wein, Sekt und Stahlkasten wiegen zusammen eine dreiviertel Tonne. Schlösser sollten vor Dieben schützen. Eine sensorgesteuerte Kamera reagiert auf Bewegungen im Umfeld. „Es gibt keine Aufnahmen von Tauchern, die sich an der Box zu schaffen machen“, erklärt Marketingleiter Lau, dessen Firma auch Wein in einem Becken des Stralsunder Ozeaneums lagert.

Weitere 3600 Liter Weiß- und Rotwein reifen derzeit auf dem Ostsee-Grund zwischen Rostock und Stralsund. Dort sind die Flaschen laut Lau in 13 Metern Tiefe mit bloßem Auge als schwarze Flecken zu erkennen. Die Sichtweite in der Dänischen Wiek reicht gerade 40 Zentimeter. In Kürze soll es einen neuen Versuch geben.

 

Katharina Degrassi

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