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MV aktuell Januar-Stürme in MV: Kosten gehen in die Millionen
Nachrichten MV aktuell Januar-Stürme in MV: Kosten gehen in die Millionen
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20:06 11.01.2019
Die Abbruchkante am Deich in Rerik wird begradigt. Das Ostseebad ist mit am schwersten von den Sturmfluten betroffen. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock

Die ersten beiden großen Sturmtiefs des neuen Jahres, „Zeetje“ und „Benjamin“, haben Schäden in Millionenhöhe im ganzen Bundesland verursacht. Zwar ging von beiden „Sturmfluten dieses Jahres keine Gefahr für die durch die Küstenschutzanlagen gesicherten Ortschaften des Landes aus“, wie Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus betonte. Dennoch müssen sich einige Gemeinden auf hohe Kosten für die Beseitigung der Sturmschäden einstellen.

In Wismar und Rostock ist das Wasser am Mittwochmorgen wieder über die Kaikanten getreten. Andernorts in MV wurden Strände überspült. Alle Bilder hier.

Am Strand von Heiligendamm hat „Zeetje“ sichtbare Schäden hinterlassen. Der Leiter des Bad Doberaner Bauhofs, Hans-Joachim Krüger, rechnete mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro alleine zur Aufschüttung des Strandes. Besonders hart trifft es auch die Gemeinde Zempin auf Usedom. Schon vor zwei Jahren hatte Sturmtief „Axel“ große Teile des Strandes abgetragen, was die Insulaner teuer zu stehen kam. Nun müssen die Zempiner abermals tief in die Tasche greifen. Rechnungen in Folge der Sturmfluten sowie geplante Ausgaben für Strandaufspülungen in 2019 belaufen sich auf mehr als 440 000 Euro.

Schäden jedes Jahr größer

Viele andere Kommunen können hingegen bisher noch keine offizielle Schadensbilanzen vorlegen. Die meisten wagen nur vorsichtige Prognosen. So rechnet Uwe Kahl, Bürgermeister in Nienhagen, mit Kosten von etwa 10 000 Euro für die Wiederherstellung des Fundaments am Strandaufgang am Westturm, welches in Folge des Hochwassers nach „Zeetje“ abgesackt war.

Straßensperrungen und Überschwemmungen entlang der Ostseeküste

Jörn Fenske, Direktor der Kurverwaltung in Göhren auf Rügen, geht sogar noch weiter. Nachdem sich die Kosten im Januar vergangenen Jahres auf etwa 35 000 Euro beliefen, prognostiziert er für dieses Jahr eine noch höhere Summe. Der Grund dafür sei die geringe Erholungszeit der Dünen. So entstünde durch die kontinuierlich heftigen Stürme jedes Jahr ein immer größeres Schadensbild.

Durch die bisherigen zwei Sturmfluten in diesem Jahr seien an allen Küstenabschnitten Dünenausräumungen und Steiluferrückgänge zu verzeichnen, heißt es aus dem Ministerium für Landwirtschaft und Umweltschutz. Die größten Rückgänge an den Landesküstenschutzdünen seien in Schwarzer Busch auf Poel, in Rerik, in Ahrenshoop, Prerow, Göhren und Lubmin festgestellt worden.

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