Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Schiffs-Hupen gehört zu Rostock

Schiffs-Hupen gehört zu Rostock

Hansestadt verbietet Ausflugsdampfern das Tuten zum Empfang der Kreuzfahrtschiffe / Leser lehnen Verbot ab

Rostock – Die Stadtverwaltung von Rostock verbietet es den Fahrgastschiffen, ein- oder auslaufende Kreuzfahrtschiffe akustisch zu begrüßen. Viele Anwohner hätten sich über die Geräuschkulisse beschwert, die mit dem Erfolg des Kreuzfahrthafens Rostock-Warnemünde immer mehr zugenommen hat. Bis zu zehn Fahrgastschiffe bieten regelmäßig abendliche Ausfahrten zu den Kreuzfahrt-Ablegeterminen an, mit reichlich maritimem Flair. Die Kreuzfahrthäfen Kiel und Hamburg sehen keinen Bedarf für solch eine Regelung. Leser der OSTSEE-ZEITUNG diskutieren in Briefen und auf der Facebook-Seite heftig über das Verbot. Die übergroße Mehrheit meint: Das Hupen zur Begrüßung und Verabschiedung von Schiffen gehört zur Hansestadt Rostock dazu.

Das sieht auch Anne Trübner so: „Tja, wenn ich mir eine tolle Eigentumswohnung kaufe, dann sollte ich mir vorher auch die Umgebung anschauen. Wenn man aufs Land zieht, dann kräht auch der Hahn.“ Das gehöre dazu, genauso wie das Hupen der Schiffe im Hafen. Wem es nicht passe, der soll gar nicht erst herziehen. Marcus Eisele entgegnet: „Wohn mal hier. Wenn dein Kind um 22.30 Uhr wegen dämlichem Getute und ’nem Feuerwerk aufwacht, denkst du auch anders drüber nach! Verabschieden ja, aber ewiges Hupen nein.“ Torsten Lange aus Berlin schreibt: Das Verbot sei „ein Stück aus dem Tollhaus“. Schiffssirenen und Möwengeschrei seien gerade das, was eine Küstenregion und Hafenstädte ausmacht, der maritime Charakter eben. „Auch in Berlin gibt es Schiffsverkehr, die Spree ist eine stark befahrene Wasserstraße. Die Schiffe müssen, sicherheitstechnisch bedingt, Signal geben, vor allem bei Gegenverkehr und beim Unterqueren einer Brücke.“

Carsten Behm sagt: „Auslaufende Kreuzfahrtschiffe verabschieden sich weiterhin mit dem Typhon, das von der Verkehrsleitzentrale beantwortet wird. Wenn danach alle Begleitschiffe, über Funk abgesprochen, ebenfalls gleichzeitig Signal geben und das ab 22 Uhr unterbleibt, könnte man doch damit leben, oder?“ Dann könnten die paar Anwohner (vermutlich zugezogene), die sich durch Hafengeräusche gestört fühlen, ihre Ruhe genießen.

„Beschweren sich die Ureinwohner von Warnemünde über die Luftverschmutzung durch Feinstaub und Ruß der Kreuzfahrtschiffe, hat selbst der Umweltsenator kein Ohr“, kritisiert Klaus Boden die Stadtverwaltung. Würden sich jedoch Zugereiste über das Hupen von Schiffssirenen beschweren, gebe es ein Verbot durch die Stadt. Dr. Hannelore Alm fragt:

„Darf man denn bald gar nichts mehr?“ Eine Stadt am Meer mit Schiffen, aber ohne Schiffshörner und Möwengeschrei? Hoffentlich werde eines Tages nicht das Atmen verboten, weil einige was dagegen haben. Einspruch kommt von Sebastian Rohde : „Es gibt ältere Menschen, die dort schon ihr ganzes Leben leben – auch zu Zeiten, in denen es solche übertriebenen Schiffsfeiern noch nicht gab.“ Auch Ingo Mueller sagt: „Ich kenne Alteingesessene, die finden das Hupen nicht mehr toll, weil es überhand nimmt.“ Maik Szalek meint dazu: „Überhand?

Das ist nur abends mal, nur in den Sommermonaten. Nicht mal täglich, und dann auch nur für paar Minuten. Was hier gejammert wird, ist unerträglicher als das Gehupe!“

Und für Marion Bassow steht fest: „Nee, dat süll man bleven! Wenn die Urlauber sich über das Schietwetter in MV beschweren, das gehört zu Rostock-Warnemünde.“

Bernhard Schmidtbauer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus MV aktuell
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.