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MV aktuell Schlafen im Übersee-Container
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00:01 14.02.2017

Eine ausgesprochen maritime Unterbringung in der Nähe der Werft, mit Blick auf Fähren und Hafen können Touristen demnächst in Warnemünde genießen: Sie schlafen im Überseecontainer. Gestern wurde das neue Container-Hostel vorgestellt. Betrieben wird es von der Dock Inn GmbH aus Warnemünde. „Eröffnen werden wir das Hostel im April“, sagte Petra Kavet, Sprecherin der Betreibergesellschaft. Insgesamt werden in den Containern 188 Betten Platz finden, aber es geht den Verantwortlichen von Dock Inn, „für die dieses Projekt eine Herzensangelegenheit ist“, nicht allein um Buchungen und Belegung. „Wir werden hier auch Veranstaltungen haben“, sagt Petra Kavet, die sich später um Kunst, Kultur und Gruppenreisen in dem Hostel kümmern wird. So weit allerdings ist es noch nicht, auch wenn alles schon vorbereitet ist. „In der Lobby wird es neben der Rezeption ein Restaurant im italienischen Stil geben, dazu eine Selbstversorger-Küche, außerdem einen Aufenthaltsraum“, sagt Petra Kavet, „im Obergeschoss wird der Fritz-Zocker-Container entstehen, in dem sich die Gäste beim Spielen am Tischkicker oder bei Brettspielen treffen können.“ Weiter wird ein Kino-Container gebaut werden, der sich auch als Veranstaltungsraum nutzen lässt.“ Integriert sind zudem eine Sauna und ein Wellnessbereich. Der Clou dürfte dann die Boulder-Halle sein, mit einer Kletterwand auf Absprunghöhe. „Seit über fünf Jahren arbeiten wir an dem Konzept“, sagte Petra Kavet, „und bei der Umsetzung der Ideen haben wir auch einige Überraschungen erlebt“. Weil Übersee-Container aus Stahl sind, der Funkwellen fürs W-lan abhält, musste in jeden der Wohncontainer ein eigener Rooter eingebaut werden: „Wir machen das ja zum ersten Mal.“ Wlan ist wichtig, denn in erster Linie soll sich das neue Hostel an junge Menschen, Aktiv- und Sporturlauber, aber auch an Schüler auf Klassenfahrten wenden.

„Die Übernachtungen werden bei einem Preis von 19 Euro beginnen“, sagt die Dock-Inn-Sprecherin. Mit den Containern gelingt es dem Hostel den Charme von Werft, Industrie und vielleicht auch etwas Logistik an ihre Kundschaft weiterzugeben. „Das ist ziemlich stylish“, sagt auch Sarah Porrmann, die für die Öffentlichkeitsarbeit des neuen Warnemünder Betriebes verantwortlich zeichnet.

Die ausgedienten Container – verbaut wurden insgesamt 76 Stück – stammen aus Hamburg, „dort haben wir sie auch spritzen lassen“, sagt Petra Kavet. Denn farblich soll das Hostel natürlich auch ansprechend sein. „Die Innenräume tragen die Außenfarbe der Container“, erklärt Kavet. Im Komfort unterscheiden sie sich indes nicht. „Alle haben ein Bad. Das ist bei Hostels nicht immer so“, sagt sie.

Das Dock-Inn-Hostel verfügt über 15 Vier-Bett-Zimmer, fünf Acht-Bettzimmer und zwei Suiten, dazu kommen 42 Doppelzimmer. Ein Container hat eine Größe von 25 Quadratmetern, allein die Acht-Bett-Zimmer und die zwei Suiten haben 50 Quadratmeter – sie bestehen aus zwei zusammengeschweißten Stahlbehältern. Für den Betrieb des neuen Tourismusunternehmens werden in etwa 30 Arbeitsplätze geschaffen.

Übrigens: Niemand braucht sich bei einer Übernachtung in einem der Übersee-Container zu fürchten. Die Behälter sind vor ihrem Einbau in das Gebäude rundherum gegen Kälte isoliert worden.

Michael Schißler

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