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Schlaflos in MV: Jeder Dritte liegt nachts wach

Rostock Schlaflos in MV: Jeder Dritte liegt nachts wach

Schlafstörungen bei Arbeitnehmern im Land nehmen zu / Viele Menschen schlafen weniger als fünf Stunden pro Nacht

Rostock. Um den Schlaf gebracht: In Mecklenburg-Vorpommern leidet fast jeder dritte Arbeitnehmer an Schlafstörungen. 30 Prozent wachen nachts regelmäßig drei Mal pro Woche oder noch häufiger auf. Oder die Betroffenen können erst gar nicht einschlafen. Hochgerechnet auf alle Erwerbstätigen sind das 223000 Menschen in MV, zeigt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt Schlaf. Deshalb bietet die DAK jetzt spezielle Schlaf-Beratungen an. Auch bei anderen Krankenkassen, wie der Barmer und der AOK Nordost, sind Entspannungskurse und Einschlafhilfen im Angebot.

 

OZ-Bild

Faktoren? Neben Stress bei der Arbeit und in der Familie sind das zu wenig Bewegung und falsche Ernährung. Jörg Beier, Schlafberater aus Hanstorf bei Rostock

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Jedoch: Viele Menschen unterschätzen ihr Schlafproblem. „Die Zahlen sind alarmierend, wenn man die Beeinträchtigungen bedenkt, die mit den Störungen einhergehen“, erklärt Sabine Hansen, Leiterin der Landesvertretung der DAK-Gesundheit. So riskierten die sogenannten Schlecht-Schläfer ernsthafte Gesundheitsschäden, wie Bluthochdruck, Herzschäden, Stoffwechselstörungen oder psychische Erkrankungen.

Laut Studie schläft jeder siebte Berufstätige in MV nur fünf Stunden oder weniger pro Nacht. Etwa jeder Dritte geht müde zur Arbeit.

Seit 2009 ist die Zahl der Schlecht-Schläfer im Nordosten um 66 Prozent gestiegen. Unter der besonders schweren Schlafstörung Insomnie leidet jeder zwölfte Beschäftigte – seit 2009 ein Anstieg von 32 Prozent. Hochgerechnet auf alle Erwerbstätigen in MV leiden an dieser Erkrankung rund 62000 Männer und Frauen. Betroffenen will die DAK mit ihrer Schlaf-Beratungs-Hotline helfen. Mediziner geben individuelle Hinweise und Tipps rund ums Schlafen, sagt Sabine Hansen. Sie empfiehlt ein Schlaftagebuch, darin könnten Betroffene ihren Schlaf-Wach-Rhythmus protokollieren. Schlafberater Jörg Beier aus Hanstorf (Kreis Rostock) sieht viele Faktoren für Schlafstörungen. „Neben Stress bei der Arbeit und in der Familie sind das zu wenig Bewegung und falsche Ernährung“, sagt Beier. Dazu kämen psychische Probleme, die sich im „Gedankenkarussell“ äußern. „Die Betroffenen kommen nicht los von dem, was am Tag gewesen ist und was am nächsten Tag sein könnte“, erläutert Beier. Tun sie nichts dagegen, könnten aus den Schlafproblemen schleichende Gesundheitsverschlechterungen entstehen. „Und die können sich zu Erschöpfungs-Depressionen ausweiten“, sagt er. Jeder Betroffene könne aber etwas tun: „Abends sollten die Aktivitäten – Sport, Computerspiele, Arbeit – runtergeschraubt werden“, rät er. Gerade die Monitore von Computern oder Tablets würden ein problemloses Einschlafen behindern.

„Die selbstleuchtenden Displays strahlen ultrablaues Licht ab, das die Ausschüttung von Melatonin im Gehirn unterbricht“, sagt Beier. Das Hormon steuert den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers, der Melatonin-Anstieg im Blut bewirkt Müdigkeit.

Darauf weist auch die DAK-Studie hin. Demnach schauen in MV 87 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 70 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. Etwa jeder neunte Erwerbstätige kümmert sich um dienstliche Dinge wie E-Mails oder plant den nächsten Arbeitstag. Bei der Barmer GEK würden die Erfahrungen des betrieblichen Gesundheitsmanagements zeigen, dass es eine große Nachfrage an Entspannungskursen gibt, sagt Bernd Schulte von der Landesvertretung. „Viele Arbeitnehmer berichten von Stress und starker Arbeitsbelastung“, erklärt Norbert Lüdde, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Rostock. So werde mit dem „Balance Check“ die Stresshöhe analysiert, in den Firmen würden Entspannungskurse angeboten.

Denn Entspannungstechniken helfen. Dazu zählen Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, so Barmer-Psychologin Andrea Jakob-Pannier. Oft hilft ein Spaziergang, Sport oder Musik, um die Anspannung loszuwerden.

Bernhard Schmidtbauer

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