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Schlagerradio in MV: Land vergibt heute sechs Frequenzen

Rostock Schlagerradio in MV: Land vergibt heute sechs Frequenzen

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Oliver Dunk, Chef von Radio B2

Quelle: privat

Rostock. „Sag niemals nie“, sang Schlager-Barde Roland Kaiser im Jahr 1992. Singen könnten diese Zeile vielleicht bald auch seine treuen Fans aller Altersgruppen in Mecklenburg-Vorpommern: Heute vergibt der Landesmedienausschuss sechs freie, lokale UKW-Frequenzen. Eine könnte ein Radioanbieter mit deutschsprachigem Musikprogramm erhalten. Der Privatsender Radio B2 aus Berlin (Slogan „radio B2 — Wir lieben Schlager!“) hat sich beworben. Außerdem laut Medienanstalt MV weitere sieben Interessenten aus Nürnberg (Programmname: „Absolut relax“), Hamburg („Radio Paradiso“), Stralsund („Radio SVR Hanse Stralsund Vorpommern Rügen“), Mannheim („Radio sunshine live“), Kassel („Radio BOB“), Rostock („Ostseewelle Hit-Radio Mecklenburg-Vorpommern“) und ebenfalls Rostock („Lokalradio Mecklenburg-Vorpommern“). Vergeben werden je eine Frequenz in Rostock, Wismar, Greifswald und Schwerin sowie zwei Frequenzen in Stralsund.

„Ein Schlager-Programm hat in Mecklenburg-Vorpommern ein riesiges Potenzial“, ist Oliver Dunk (52), Geschäftsführender Gesellschafter von Radio B2, überzeugt. Eine vom Sender in Auftrag gegebene Studie belege dies. Der private Hörfunksender aus Berlin ist einer der Bewerber um die freien Frequenzen. „Wir spielen ausschließlich deutsche Musik, vor allem Schlager“, erklärt Dunk. Sollte sein Sender Frequenzen in MV erhalten, sei dies auch im Nordosten möglich. Dafür werde es genügend Hörer geben, meint der Radiomacher: „Umfragen unter Hörern zufolge gehen wir davon aus, dass 25 Prozent der Hörer in MV das Schlager-Radio einschalten werden.“ Deutschlandweit würden 55 Prozent der Menschen gerne deutsche Schlagermusik hören, hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov ermittelt.

Radio B2 will aber nicht nur Musik spielen. „Wir wollen die Identität des Landes abbilden, die Zuhörer sollen sich wiederfinden“, erklärt Dunk. Zu dem Programm für MV gehöre dann auch, dass umfangreiche regionale Nachrichten gesendet werden. Ähnlich wie es im 24-stündigen Vollprogramm für Berlin und Brandenburg geschehe, zu dem halbstündliche Nachrichten sowie ein Mittagsmagazin mit aktuellen politischen Themen gehören. „Perspektivisch soll aus dem Land gesendet werden“, kündigt Dunk an. Radio B2 kann bisher in Berlin und Brandenburg über UKW („FM“) und bundesweit über Kabel, Satellit sowie per Livestream über das Internet empfangen werden.

In MV fordert die Bürgerinitiative „Für mehr deutsche Musik im Radio“ seit Monaten, dass der öffentlich-rechtliche NDR sein Programm umstellen soll. Der Sender will künftig über Digitalradio DAB- Plus und Internet ein Schlagerprogramm ausstrahlen. In MV sind digitale Radioprogramme bisher kaum empfangbar. Nun hoffen die Schlagerfans auf einen problemlosen Empfang — wie ihn Andrea Berg besingt: „Grenzenlos“. Bernhard Schmidtbauer

OZ

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