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MV aktuell Schulen in MV hinken der Digitalisierung hinterher
Nachrichten MV aktuell Schulen in MV hinken der Digitalisierung hinterher
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00:17 03.05.2018
Schulleiter Uwe Both an einer Aufladestation für Laptops in der Rostocker Borwinschule Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal
Rostock

Facebook, Whatsapp, Instagram: Die digitale Welt bestimmt das Leben vieler Menschen. Doch obwohl gerade Jugendliche tagtäglich selbstverständlich mit ihrem Smartphone umgehen, ist die Digitalisierung an den Schulen noch nicht richtig angekommen. „Digitale Bildung muss in MV endlich umgesetzt werden“, fordert der Vorsitzende des Landeselternrats, Kay Czerwinski. Morgen beginnt in Neubrandenburg eine zweitägige Konferenz zu dem Thema.

„Die Digitalisierung umfasst mehr als die Nutzung neuer Medien im Unterricht“, sagt Annett Lindner, Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW in MV. Fragen nach Finanzierung, schneller Internetverbindung und Datenschutz seien „ebenso wenig geklärt wie die Fortbildung der Lehrkräfte“. Die Schweriner Landesregierung hat unterdessen ein hehres Ziel ausgegeben: „Wer im Jahr 2018 in die Schule kommt, soll bis zum Ende seiner Schulzeit eine umfassende Medienbildung erhalten.“ So soll ab der siebten Klasse das eigenständige Fach „Informatik und Medienkunde“ unterrichtet werden.

Elternrat Czerwinski hat schon viele digitalisierte Schulen besucht. Dabei habe ihm ein Gesamtkonzept gefehlt: „Das Problem ist, dass jeder versucht, das Rad neu zu erfinden.“ Es fehle jedoch die Kommunikation untereinander.

Ein positives Beispiel für eine digitale Schule ist die Borwinschule in Rostock. Ob Wlan, Beamer, Laptops oder Smartboards, also digitale Tafeln – die integrierte Gesamtschule ist vorbildlich ausgestattet. „Man hat ganz andere Möglichkeiten“, erklärt Schulleiter und Astronomielehrer Uwe Both. „Manchmal fragt ein Schüler etwas, und dann fällt mir ein Film dazu ein. Innerhalb einer Minute ist der Film auf der Leinwand und die Frage des Schülers beantwortet.“

Mathelehrer Dirk Völpel sieht das genauso: „Ich kann ganz leicht Animationen zeigen, und das ist vor allem in der Mathematik anschaulicher für die Schüler.“ Doch mit der technischen Ausstattung komme nicht gleich digitale Revolution, meint Schulleiter Both. „Es fehlen trotzdem Lehrkräfte und die Zeit, sich zusätzlich mit medialen Inhalten zu beschäftigen.“

Viele Schulen hinken bei der Ausstattung mit digitaler Technik jedoch weiter hinterher. In vielen Klassenräumen gibt es noch immer kein schnelles Internet. Von knapp 500 Schulen sind 420 mit einer langsamen Datengeschwindigkeit unterwegs. Simone Oldenburg, Vorsitzende der Linksfraktion im Landtag, fordert daher, die „Digitalisierung an Schulen voranzutreiben“.

Auch der Branchenverband Bitkom setzt sich für die flächendeckende Schaffung von „Smart Schools“ ein. Dabei gehe es „nicht nur darum, Tablet-Computer an ganze Klassen auszugeben, sondern der Einsatz digitaler Technologien müsse „pädagogisch und didaktisch fundiert sein“.

Bei der Konferenz in Neubrandenburg wollen die Eltern ein konkretes Bildungskonzept ausarbeiten, das Ministerin Birgit Hesse (SPD) dann gleich mitnehmen kann: Sie ist Schirmherrin der Tagung und nimmt auch teil.

Yesim Kargin

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