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„Schulz-Effekt“: Landes-SPD sammelt neue Mitglieder ein

Rostock „Schulz-Effekt“: Landes-SPD sammelt neue Mitglieder ein

78 Eintritte seit Jahresbeginn – Sellering: Rückhalt für den Kanzlerkandidaten / CDU-Chef Caffier hält dagegen: Wir sind trotzdem die einzige Volkspartei

Rostock. Ein kleiner Mann mit Bart und Brille macht die SPD wieder sexy: Seitdem der frühere EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (61) Ende Januar zum Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, laufen Menschen der Partei die Bude ein. Rund 4600 neue Mitglieder sollen seither bundesweit eingetreten sein. 57 Frauen und Männer entschieden sich in MV binnen drei Wochen für das SPD-Parteibuch, 78 seit Jahresbeginn. „Eine tolle Entwicklung“, sagt SPD-Landeschef Erwin Sellering. „Das zeigt, welchen Rückhalt Martin Schulz in der Bevölkerung hat.“ In der Parteizentrale spricht man von einem „außergewöhnlichen Mitgliederanstieg“. Bemerkenswert sei, dass unter den Neu-Mitgliedern der Frauenanteil bei 50 Prozent liege. Sonst sei es ein Drittel gewesen.

Der „Schulz-Effekt“ beflügelt auch die Landes-SPD. Aktuell zähle sie 2871 Mitglieder. Vor gut einem Jahr lag die Mitgliederzahl noch bei 2750. „Insgesamt also durchaus erfreulich“, sagt Parteistratege Stefan Posselt. „Die SPD MV profitiert definitiv von der Benennung Martin Schulz’“. Vor allem in den stärkeren Kreisverbänden Rostock und Schwerin gebe es mehr Zulauf, aber auch auf Rügen.

Schulz verleiht auch der SPD MV Flügel. „Ein neues Gesicht ohne bundespolitische ,Vorbelastung’ hat hier für frischen Wind gesorgt“, sagt Politologe Jan Müller, Universität Rostock. Um gegen die CDU zu bestehen, komme es aber nun auf Inhalte an. Die Landes-SPD sei stark aus dem Wahljahr 2016 gekommen, so sei das Interesse von außen zu erklären. Dass mehr Frauen in die Partei strömen, sei aber wohl mehr mit „der Wirkung von Manuela Schwesig und Birgit Hesse“ zu begründen.

CDU-Landeschef Lorenz Caffier kommentiert den Zulauf der SPD nicht, verweist stattdessen auf 16 eigene Neu-Mitglieder seit 1. Januar. Die CDU sei „die einzig verbliebene Volkspartei im Land“. Unterm Strich hält der Aderlass aber an. Aktuelle Mitgliederzahl: 5250. Platz zwei der mitgliederstärksten Parteien im Land hält immer noch die Linke – aktuell: 3829. Jedoch hat die Partei binnen eines guten Jahres 320 Mitglieder verloren. Erfreulich seien 21 Neueintritte seit Jahresbeginn. „Wir haben aber leider höhere Abgänge, vor allem durch Tod der Mitglieder“, so Parteichefin Heidrun Bluhm.

Sie beobachte, dass Menschen zunehmend in Bürgerinitiativen aktiv seien.

Im Aufwind sieht sich dagegen die AfD. 580 Mitglieder habe sie derzeit in MV, so Landessprecher Leif-Erik Holm. Ein Plus von rund 200 gegenüber dem Vorjahr. Holm ist damit „sehr zufrieden“. Den Zulauf der SPD sieht er im „Schulz-Hype“ begründet. „Inhaltlich ist dies aber nicht untersetzt.“

Auch die Grünen im Land legen bei Mitgliedern weiter zu – aktuell: 645, ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Mehr Menschen wagen den Schritt in die Partei, um mit uns für eine ökologischere, gerechtere und offene Welt zu kämpfen“, sagt Parteichefin Claudia Müller. Die FDP lag zuletzt bei rund 700 Mitgliedern, 30 weniger als 2015.

Frank Pubantz

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