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Schweinegrippe breitet sich aus: Schon zwei Tote im Nordosten

Greifswald/Rostock Schweinegrippe breitet sich aus: Schon zwei Tote im Nordosten

Gefährliches Virus: Zwei Menschen sind in den vergangenen Tagen in Mecklenburg-Vorpommern an der sogenannten Schweinegrippe gestorben.

Greifswald/Rostock. Gefährliches Virus: Zwei Menschen sind in den vergangenen Tagen in Mecklenburg-Vorpommern an der sogenannten Schweinegrippe gestorben. Nach OZ-Informationen handelt es sich um einen 57-Jährigen aus Greifswald, der sich im Sport der Hansestadt sehr engagiert hat und in der Unimedizin behandelt wurde, sowie um einen 51-jährigen Patienten im Klinikum Karlsburg. Bestätigt wurde auch ein an der Schweinegrippe erkranktes Kind aus der Greifswalder Kindertagesstätte „Friedrich Wolf“. Das Kind wird derzeit im Uniklinikum behandelt.

Die im Jahr 2009 erstmals nachgewiesene Schweinegrippe wird durch eine Infektion mit dem Virus vom Typ A/H1N1 hervorgerufen. Bei rund zwei Dritteln aller Grippefälle in diesem Jahr handelt es sich um Schweinegrippe. Das Virus betrifft nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Andere Influenzaviren würden hingegen vor allem bei älteren Menschen auftreten.

In MV steigt die Zahl der Grippeerkrankungen derzeit deutlich an. Allein in der vergangenen Woche wurden dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) 214 Fälle gemeldet — knapp 50 mehr als in der Vorwoche. Insgesamt gab es in MV in diesem Jahr bislang 744 Fälle. Das entspricht laut Lagus-Sprecherin Anja Neutzling „einer für die Jahreszeit typischen Grippewelle“. Im vergangenen Jahr sind im Nordosten drei Menschen an Influenza-Infektionen gestorben, 2014 waren es einer und 2013 sieben.

„Todesfälle bei Grippewellen sind nichts Ungewöhnliches“ sagt der Direktor des tropenmedizinischen Instituts der Universitätsklinik Rostock, Prof. Emil Reisinger. Insgesamt seien die Todesfälle seit dem Nachweis der Schweinegrippe sogar zurückgegangen. So liege die Sterblichkeitsrate bei H1N1 bei 0,5 Prozent, bei herkömmlichen Grippestämmen hingegen bei etwa vier Prozent.

Für dieses Jahr rechnet Vorpommern-Greifswalds Amtsärztin Marlies Kühn mit deutlich mehr Influenza-Erkrankungen als im Vorjahr. In den Gesundheitsämtern der Landkreise werde nach wie vor geimpft.

Seit dem Jahr 2010 ist im Grippeimpfstoff auch ein Wirkstoff gegen die Schweinegrippe enthalten, erklärt Marlies Kühn. „Der aktuelle Impfstoff hat eine gute Schutzwirkung vor den Influenza-A-Erregern in dieser Saison“, betont Lagus-Sprecherin Anja Neutzling.

Laut Marlies Kühn sei eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nur dann zu empfehlen, wenn im persönlichen Umfeld noch niemand erkrankt sei. Sollte in der Familie oder am Arbeitsplatz bereits der Husten oder Schnupfen umgehen, habe eine Impfung keinerlei Sinn mehr, so Kühn.

Eine Impfung kann nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) MV aber auch jetzt noch sinnvoll sein, da das Ende der Grippewelle noch nicht abzusehen sei. „Der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung ist Oktober und November“, sagt TK-Sprecher Kevin Nowotka. Zwischen zehn bis 14 Tagen dauere es, bis der Impfschutz optimal aufgebaut sei.

Von Cornelia Meerkatz und Axel Meyer

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