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MV aktuell Schwere Zeiten für Pendler: Bahn baut, Züge fallen aus
Nachrichten MV aktuell Schwere Zeiten für Pendler: Bahn baut, Züge fallen aus
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00:00 30.11.2017
Schwerin/Rostock

Schwere Zeiten für Tausende Bahnfahrer in MV: Die Deutsche Bahn wird ab Januar auf mehreren Strecken Züge ausfallen lassen. Am Knotenpunkt Bad Kleinen bei Schwerin ist wegen umfangreicher Bauarbeiten über drei Monate lang eine Vollsperrung geplant – mit massiven Auswirkungen. Kritiker fordern mehr Rücksicht auf die Bahnkunden.

Die komplette Sperrung des Bahnhofs Bad Kleinen ist nicht pendler- freundlich. Marcel Drews, Fahrgastverband Pro Bahn

Vom 8. Januar bis 14. April geht nichts mehr am Bahnhof Bad Kleinen. Läuft der Zugverkehr derzeit noch eingleisig, sei dann eine komplette Sperrung nötig. Grund: Eine Moorstelle müsse dort beseitigt werden, so Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Folge: Zwischen Schwerin und Bad Kleinen falle der Zugverkehr aus. Der Intercity (IC) von Hamburg ende in Schwerin, bis Bad Kleinen werde ein Schienenersatzverkehr Richtung Rostock eingerichtet, der Takt des Regionalexpresses 1 (RE1) ab Bad Kleinen verdoppelt. Zusätzlich sollen pro Fahrt zwei Direktbusse bis Rostock rollen. Zwischen Wismar und Schwerin, wo die Züge von RE 2 und Regionalbahn 17 ausfallen, sei es ein Express-Bus. Auswirkungen habe die Baustelle bei Schwerin bis nach Stralsund, denn die IC-Züge zwischen Rostock und Stralsund sollen entfallen, Fahrgäste müssen auf den Regionalverkehr umsteigen. Betroffen sind Tausende Pendler und andere Zugreisende. Allein zwischen Rostock und Schwerin nutzen nach Angaben des Verkehrsministeriums täglich rund 5000 Fahrgäste den Zug, Richtung Hamburg seien es insgesamt 10000. Auf der Strecke Rostock-Stralsund seien jeden Tag rund 2700 Fahrgäste betroffen. Wer dennoch zur Arbeit kommen will, muss früh starten. Laut Bahn verlängert sich etwa die Fahrt von Rostock nach Hamburg im Regionalexpress um eine auf dreieinhalb Stunden, auf der Strecke Wismar-Schwerin von 30 Minuten auf mehr als eine Stunde.

„Das ist keine Pendlerfreundlichkeit“, kritisiert Marcel Drews, Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn in MV. Er fordert weiterhin eingleisigen Zugverkehr über Bad Kleinen. Von befragten Baufirmen wisse er: „Das wäre möglich.“ Bahnsprecher Ahlert verweist dagegen auf Umweltauflagen, die eine komplette Sperrung erforderlich machten. Um die Einschränkungen für Bahnkunden zu reduzieren, wäre es auch denkbar, auf der Strecke Hamburg-Rostock-Stralsund eine Lösung über Lübeck zu finden, so Drews. Geht nicht, sagt Ahlert: „Der Abschnitt Schwerin-Lübeck ist nicht elektrifiziert.“

Das Verkehrsministerium verweist bei der Planung an die Bahn. Sollten Züge und Busse nicht reichen, „wird kurzfristig nachgesteuert“, so eine Sprecherin. Mit der Vollsperrung in Bad Kleinen ist man wohl nicht glücklich. Zumindest sei es gelungen, die Dauer zu verkürzen und die Bauarbeiten aus der Tourismussaison rauszuhalten. Weitere Bauarbeiten drohen Bahnkunden 2018. Aber auch Positives bringen der Fahrplanwechsel ab 10. Dezember und das neue Jahr. Seiten 6 und 8

Frank Pubantz

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