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MV aktuell Schweriner Bombenbauer schweigt vor Gericht
Nachrichten MV aktuell Schweriner Bombenbauer schweigt vor Gericht
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00:00 27.07.2018

Hamburg/Schwerin. Anti-Terror- Einsatz in Schwerin Ende Oktober 2017: Spezialkräfte der Polizei haben Yamen A., einen unter Terrorverdacht stehenden Syrer, festgenommen. Dem 20-Jährigen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Er soll in Schwerin Vorkehrungen für den Bau einer Bombe getroffen haben.

„„Es ist fraglich, ob frühere Vernehmungen von Yamen A. überhaupt verwertbar sind.“ Wolfgang Ferner , Verteidiger (links im Bild mit dem Angeklagten)

Yamen A. soll einen islamistisch motivierten Sprengstoff-Anschlag geplant haben, um in einer Menschenmenge möglichst viele „Ungläubige“ zu töten: Zum Prozessauftakt gestern in Hamburg hat der mutmaßliche syrische Terrorist zu den Vorwürfen geschwiegen. Sein Mandant wolle vorerst keine Angaben machen, sagte Verteidiger Wolfgang Ferner am Donnerstag vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts. Dort muss sich der Syrer wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat in Schwerin verantworten. Sein Anwalt ließ in einer knappen Erklärung bereits durchblicken, dass seiner Ansicht nach ein konkreter Entschluss zu so einer Tat nicht nachweisbar sei.

Er äußerte zudem vor Gericht Kritik: Es sei fraglich, ob frühere Vernehmungen von Yamen A. überhaupt verwertbar seien, sagte Ferner, ohne dabei Details zu nennen. Sein Mandant sei nur unvollständig belehrt worden, auf ihn und Zeugen sei Druck ausgeübt worden. Das sei auch ein Grund, warum der Angeklagte sich erst einmal nicht äußern wolle.

Laut Anklage kam Yamen A. 2015 nach Deutschland und wurde im Februar 2016 als Flüchtling anerkannt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, einen Sprengstoffanschlag geplant und bereits mit dessen Vorbereitung begonnen zu haben. Er habe sich dazu Tipps im Internet gesucht, dort auch Material bestellt und sich mit Chatpartnern ausgetauscht. Yamen A. habe mindestens fünf Mal –

aus seiner Sicht – erfolglos versucht, Sprengstoff herzustellen. Die Ermittler fanden Bauteile und Chemikalien bei dem jungen Mann, der im Herbst 2017 in Schwerin festgenommen worden war.

Seither sitzt der 20-Jährige, der vor Gericht in dunkler Jogginghose und T-Shirt erschien, in Untersuchungshaft.

Spätestens im Sommer 2017 habe er sich mit dschihadistischem Gedankengut beschäftigt und die Ideologie des Islamischen Staates befürwortet, sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft bei der Verlesung der Anklage. Es sei ihm darauf angekommen, in Deutschland ein Klima der Angst und Verunsicherung zu schüren. An welchem konkreten Ort und wann der Anschlag erfolgen sollte, ist laut Anklage unklar. Nach Angaben eines Gerichtssprechers ist es noch offen, ob bei Yamen A. noch Jugendstrafrecht angewandt wird.

Der Verteidiger gab einen kurzen Einblick in die Geschichte des Angeklagten: Der syrische Präsident Baschar al-Assad habe A. um seine Jugend und seine Entwicklungsmöglichkeiten gebracht, meinte Ferner. Der junge Mann sei geflohen, weil sein Einzug zum Militär gedroht habe. In Deutschland habe der gläubige Muslim, der aber religiös nicht gefestigt sei, „ein ziemlich normales Leben eines Jugendlichen“ geführt, sagte der Anwalt. Doch sein Mandant verliere sich leicht in „Träumereien“, er sei auf der Suche. „Seine Vorstellungen über seine Zukunft sind durchaus widersprüchlich“. Yamen A. habe Angst um seine Familie, vermisse sie. Er sei keiner festen Gruppe oder einem Verein zuzuordnen.

Weil sich der Angeklagte erst einmal nicht selbst äußern will, wurden die beiden nächsten – dafür eigentlich vorgesehenen Verhandlungstermine – gestrichen. Der Prozess wird am 9.

August fortgesetzt. Es sind Termine bis Oktober anberaumt.

Stephanie Lettgen

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