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MV aktuell Schweriner Idee: Auf einen Kaffee ins Arbeitsamt
Nachrichten MV aktuell Schweriner Idee: Auf einen Kaffee ins Arbeitsamt
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00:00 12.07.2013
Schwerin

Kaffee?“ — „Ja, gerne.“ — „Mit Milch und Zucker?“ Gerade noch hat die Frau mittleren Alters in einem schwarzen Clubsessel gewartet, jetzt steht sie am Bistrotisch und lässt sich von Andrea Winkler einschenken. Winkler gibt eine gute Kellnerin ab, aber sie ist keine. Andrea Winkler ist Mitarbeiterin der Schweriner Arbeitsagentur. Jeden Dienstag verwandeln sie und ihre Kollegen die Eingangshalle des Berufsinformationszentrums in eine Café-Lounge mit Jobangeboten und freundlichen Vermittlern mit Laptops an Bistrotischen.

Seitdem das Stellencafé im März startete, seien bereits einige Dutzend Vermittlungen gelungen, sagt Winkler. Die Auswahl an Stellen ist groß, die Jobangebote reichen von der Floristin über Trockenbauer, Dachdecker, Architekten, Reinigungskräfte bis zu Altenpflegern. Es gebe immer weniger Arbeitsuchende, und sie passten oft nicht auf die angebotenen Stellen, sagt Winkler. „Das Stellencafé gibt uns die Chance, mit den Leuten in entspannter Atmosphäre ins Gespräch zu kommen, herauszufinden, was ihnen liegt.“ Das Café sei ein zusätzliches Angebot der Arbeitsagentur. „Hier kommt nur her, wer Arbeit will.“

Uta Dutz und Jana Falk grübeln in der Neubrandenburger Arbeitsagentur über neuen Ideen. Mit der „Job Night“ landete die Agentur vor vier Jahren einen großen Erfolg: Seither wird vor den Winterferien eine Großraumdisco in Neubrandenburg angemietet. In zwei Sälen präsentieren sich Betriebe, im dritten legt der DJ auf. Rund 400 Jugendliche kamen dieses Jahr.

Auch Arbeitgeber werden umworben. Mehrmals im Jahr organisieren die Agenturen „Business Talks“, mal mit Vortrag, mal mit Theateraufführung. Jüngst sah sich die Arbeitsverwaltung der Kritik ausgesetzt, sie würde sich vor allem um Jobsuchende kümmern, die Hilfe am wenigsten benötigen. Die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann, meint: „Wir müssen Neues ausprobieren, wenn wir Jugendliche und Arbeitgeber ansprechen wollen.“

OZ

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