Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° Schneeschauer

Navigation:
Schweriner Vorschlag: Solarzellen aufs Denkmal-Dach

Schwerin Schweriner Vorschlag: Solarzellen aufs Denkmal-Dach

Amt prüft, auf welchen landeseigenen Flächen Sonnenstrom erzeugt werden kann.

Voriger Artikel
Umweltkrimi mit versuchtem Tiefgang
Nächster Artikel
Hiddensee hält Kurtaxe stabil

Solarstrom- gewinnung — das passt hervorragend zur Denkmalpflege.“ Michael Bednorz, Amt für Kultur- und Denkmalpflege

Schwerin. Sie kleben schon jetzt auf Tausenden Wohnhäusern, Ställen und Garagen, flankieren Autobahntrassen oder bepflastern riesige Freiflächen: Photovoltaik-Anlagen zum Erzeugen von Energie aus Sonne sind längst Bestandteil des Stadt- und Landschaftsbildes geworden. In Mecklenburg-Vorpommern könnten weitere ungewöhnliche dazukommen — auf Kirchtürmen, Schlössern und historischen Gutshäusern.

Der Petitionsausschuss des Landtages hat vorgeschlagen, Kulturdenkmäler und öffentliche Gebäude intensiver zur Solarstrom-Gewinnung zu nutzen. Ob Behörden-, Ämter- oder Ministeriendächer: Wie die Architektenkammer bestätigt, sei der Bereich Bau und Liegenschaften unter Finanzministerin Heike Polzin (SPD) damit beauftragt worden zu prüfen, welche landeseigenen Flächen sich gut eignen.

„Das passt hervorragend zur Denkmalpflege“, betont Michael Bednorz, Leiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege, gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Historische Denkmäler seien schon immer geeignet gewesen, auch neue Entwicklungen abzubilden. „Wäre das nicht so, müssten jahrhundertealte Gebäude bis heute ohne Toiletten, fließendes Wasser und elektrisches Licht auskommen“, erklärt er.

Es gebe ausreichend technische Möglichkeiten, Sonnenkollektoren farblich an den Untergrund anzupassen. „Warum sollte man so nicht auch die Südseite eines Kirchturmes oder den Dachstuhl eines Ritterguts zur Stromerzeugung heranziehen?“

Bednorz hebt hervor, dass mögliche Investoren sanierungsbedürftiger Gutshäuser oder Schlossanlagen durch Photovoltaik zusätzliche finanzielle Anreize bekommen könnten. Die Einspeisevergütung liegt ab April je nach Fläche und Standort in Deutschland zwischen 9,19 und 13,28 Cent pro Kilowattstunde. Voraussetzung sei allerdings stets eine Einzelfallprüfung. Die habe es — unabhängig vom Standort — laut Denkmalschutzgesetz immer gegeben. Bednorz: „Niemand muss Angst haben, dass historische Altstädte wie Wismar oder Stralsund flächendeckend unter Sonnenkollektoren verschwinden.“

Laut Bundesumweltministerium wurden 2012 in Deutschland 28 000 Gigawattstunden Solarstrom erzeugt — mehr als viermal so viel wie drei Jahre zuvor. Das entspricht der Leistung von vier Atomkraftwerken. Der Anteil der Solarenergie an der deutschen Stromerzeugung stieg im gleichen Zeitraum von 1,1 auf 4,2 Prozent.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr plädiert dafür, immer den Einzelfall zu prüfen. Dabei müsse die mögliche Beeinträchtigung der Baudenkmäler angemessen berücksichtigt werden. „Es wäre aber falsch, von vornherein Photovoltaik oder Solarthermie in denkmalgeschützten Bereichen auszuschließen“, sagt der Grünen-Politiker.

 



Jörg Köpke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock/Schwerin
Solardach auf der Backsteinkirche in Zernin bei Bützow (Landkreis Rostock).

Der Petitionsausschuss des Schweriner Landtages hat vorgeschlagen, auf landeseigenen Flächen Sonnenstrom zu erzeugen.

mehr
Mehr aus MV aktuell
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.