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MV aktuell Schwerinerin fordert selbstbestimmte Geburt
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00:05 21.06.2016
In Wolgast hatten hunderte Menschen für den Erhalt von Wochen-, Kinder- und Geburtenstation demonstriert – ohne Erfolg. Quelle: Stefan Sauer

Wo und wie will ich mein Kind gebären? Das können Schwangere heute nicht mehr selbst entscheiden, kritisiert die Schwerinerin Michaela Skott. Die Landeskoordinatorin der Bundeselterninitiative „Mother Hood“ fordert die Bundesregierung dazu auf, das Recht auf eine selbstbestimmte Geburt im Grundgesetz zu verankern. Vor zwei Jahren hatte die zweifache Mutter eine entsprechende Petition gestartet. Gestern ist ihr Ersuchen in Berlin angehört worden.

Michaela Skott Quelle: Cornelius Kettler

Ihr Anliegen sei aktueller denn je, bekräftigte Skott vor dem Petitionsausschuss des Bundestags. Die Situation in der Geburtshilfe habe sich seit 2014 weiter verschlechtert. Es gebe immer weniger Hebammen. Gleichzeitig seien vielerorts Kreißsäle geschlossen oder Geburtsstationen aus Kostengründen verkleinert worden. Leidtragende seien Schwangere, die immer weitere Wege auf sich nehmen müssten. Konsequenz: Viele Kinder kämen im Rettungswagen zur Welt. Auch bei der Klinik hätten Frauen keine Wahl: Oft müssten sie mit einer Klinik mit hoher Kaiserschnittrate vorlieb nehmen, weil es in ihrer Nähe an Alternativen fehle, sagte Skott. Die Meinung der Gebärenden werde überhaupt nicht gehört. Das wolle sie ändern.

Erst vor Kurzem sind am Kreiskrankenhaus Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) die Wochen-, Kinder- und die Geburtenstation geschlossen worden. Trotz massiver Proteste. Eine Volksinitiative zur Wiedereröffnung der Abteilungen scheiterte. Momentan gibt es dem Sozialministerium zufolge landesweit noch 16 Stationen für Frauen- und Geburtsheilkunde. Sie verfügen insgesamt über 502 Betten. Vor zehn Jahren waren es noch 200 mehr gewesen. Dabei steigt die Zahl der Geburten wieder. 12830 Kinder kamen 2014 in MV zur Welt, 270 mehr als im Jahr zuvor und 473 mehr als 2005.

Skott fordert neben der freien Geburtsortswahl auch einen besseren Betreuungsschlüssel. Für jede Gebärdende müsste genau eine Hebamme da sein, stellte sie klar. Bislang würden sich die Geburtshelfer in Kliniken oft parallel um drei, vier Frauen kümmern. „Das darf nicht sein.“

Nach gut einer Stunde beendete gestern die Petitionsausschuss-Vorsitzende Kersten Steinke die Anhörung. Eine Entscheidung zu Skotts Forderungen würde in einer späteren Sitzung getroffen, sagte sie.

ab

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