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MV aktuell Schwesig nimmt Brodkorb das Landesmarketing weg
Nachrichten MV aktuell Schwesig nimmt Brodkorb das Landesmarketing weg
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00:01 05.12.2017
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Quelle: Fotos: Jens Büttner/dpa

Finanzminister Mathias Brodkorb und Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier (beide SPD) Arm in Arm. Dieses Foto von der Enthüllung eines riesigen Plakates des Landesmarketings MV, worauf sich zwei junge Frauen ebenso umarmen, wird es so künftig nicht mehr geben. Denn Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zieht das Landesmarketing zurück in die Staatskanzlei – und nimmt es Brodkorb wieder ab. Der Finanzminister hatte sich die Werbeabteilung der Regierung nach der Landtagswahl 2016 vom damaligen Regierungschef Erwin Sellering gesichert, wohl um neben trockenen Finanzen auch öffentlich wirksame Auftritte zu haben. Offiziell sagt das niemand, aber: Anstoß für die teilweise Entmachtung Brodkorbs dürfte eine Werbekampagne des Landesmarketings für Hochschulen des Landes sein, die quasi in die Hose ging: „Oben ohne“ hieß es im Frühsommer in Anzeigen – unter anderem mit einem pinkfarbenen Bikini (die OZ berichtete). Was originell sein sollte   –   oben im Norden ohne volle Hörsäle – , brachte Schwesig, damals noch nicht Regierungschefin, in Rage. Sie ließt die Kampagne – Kosten: 160000 Euro – einkassieren.

Nach umstrittener „Oben ohne“-Kampage: Werbe-Profis des Landes wechseln zurück in die Staatskanzlei

Hochschul-Rektoren protestierten. Sogar der Rauswurf von Peter Kranz, Chef des Landesmarketings, war Thema. Er bedauere, „dass das Bikini-Oberteil so polarisiert hat“, sagte Kranz damals. Die Kampagne sei der „Versuch eines jugendaffinen, frisch-sommerlichen Herangehens mit einem Augenzwinkern“.

Kranz bleibt, ist nun zu hören. Was aber wandert, ist das gesamte Landesmarketing. Zum Jahreswechsel sollen die sechs Mitarbeiter wechseln, bestätigt Regierungssprecher Andreas Timm. Es handele sich aus Sicht Schwesigs um eine „übergreifende Aufgabe“, die in die Staatskanzlei gehöre.

Die Opposition im Landtag reagiert spöttisch auf die Nachricht. Man beobachte die internen „Machtspielchen“ der Regierung mit großem Interesse, so ein AfD-Sprecher. „Es stellt sich doch die Frage, was das Landesmarketing überhaupt im Finanzministerium zu suchen hatte“, sagt Simone Oldenburg (Linke). Eine solche Aufgabe müsse in die Staatskanzlei. „Dass Finanzminister Brodkorb auch beim Landesmarketing nicht die beste Figur gemacht hat, dürfte die Entscheidung wohl befeuert haben“, so Oldenburg.

fp

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