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Sechs Wochen ohne Spielzeug

Greifswald Sechs Wochen ohne Spielzeug

Kita verbannt Roller und Puppen / Aktion soll Sozialkompetenz der Kinder stärken

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Eni Walentin (5) und Tristan Hanke (5) im Werkraum der Kita Arche Noah

Quelle: Sybille Marx

Greifswald. Die Barbies sind weg, die Puppenhäuser, das Lego, die Brettspiele, die Roller ... in der Kita Arche Noah in Greifswald herrscht derzeit ungewohnte Leere: Vor etwa zehn Tagen haben die Erzieher und die älteren der 100 Kinder alle Spielsachen feierlich auf den Dachboden verbannt. Sechs Wochen bleiben sie nun dort unter Verschluss. „Unser Spielzeug macht Urlaub“, erklärt eine Vierjährige.

Nach Langeweile sah es gestern in der Einrichtung nahe dem Uniklinikum dennoch nicht aus. Der fünfjährige Tristan und ein paar andere Kinder hatten sich in die Werkstatt zurückgezogen, bastelten mit Kleber, Farben, Holzresten oder leeren Joghurtbechern Schiffe, Körbe und „Erfindungen“, während draußen ein paar Kinder Fangen spielten. Denn natürlich ist nicht jeder Gegenstand verboten, mit dem sich spielen lässt, und schon gar nicht jede Spielidee. Nur Spielzeug, das der Fantasie kaum Raum lässt, soll mal pausieren.

Vor elf Jahren war dieses Experiment in der Arche Noah zum ersten Mal gestartet. „Wir hatten damals das Gefühl, dass die Kinder gar nicht mehr spielen können, sondern eher be-spielt werden von Erwachsenen“, erzählt Kita-Leiterin Irene Assmann. Schlüsselmoment war ein Ausflug mit dem Auto in den Wald. „Die Kinder sind ausgestiegen und haben mich enttäuscht gefragt, was es denn hier gibt außer Bäumen.“ Für Assmann war klar: Irgendetwas muss passieren.

Am Ende stand das Konzept: Nicht nur das Spielzeug sollte mal verschwinden. Auch die vielen Programmpunkte, die sonst in der Kita angeboten würden, sollten pausieren, die Aufteilung in Gruppen zeitweise aufgelöst werden. „Uns war wichtig, dass die Kinder von sich aus Ideen entwickeln, was sie machen wollen und mit wem“, erklärt Irene Assmann. „Und dass sie dafür Lösungen finden.“ Ein ähnliches Konzept, wie es reformpädagogische Kitas auch im Alltag verfolgen.

Von Sybille Marx

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