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Sellering oder Caffier: Es kann nur einen geben

Schwerin Sellering oder Caffier: Es kann nur einen geben

Im Rennen um den Job des Ministerpräsidenten hat der SPD-Mann die Nase vorn – Teile der CDU aber haben vom Junior-Dasein die Nase voll

Schwerin. „Ich weiß, wie schwer euch das fällt“, redete CDU-Landeschef Lorenz Caffier (61) beim jüngsten Parteitag der CDU auf seine Mitstreiter ein. Es klang wie ein Stoßseufzer. Zehn Jahre als kleinerer Partner in der Großen Koalition seien genug. Er wolle auf „die Brücke“, auf „das Sonnendeck“, wo sich Regierungschef Erwin Sellering (SPD, 66) entspanne, während die CDU „im Maschinenraum“ die Arbeit erledige. Ja, er wolle Ministerpräsident werden, wiederholte Caffier. Stärkste Fraktion. Nicht für jeden klang es so, als ob der CDU-Chef dies auch selbst glaubte. Im politischen Schwerin kursiert ein Witz: Bei der Frage „Wo ist der Chef?“ blicke Caffier zur anderen Tischseite. Suchend.

 

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Innenminister Lorenz Caffier (CDU)

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Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD)

Quelle: Fotos: Söllner
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Innenminister Lorenz Caffier (CDU)

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Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD)

Quelle: Fotos: Söllner

Denn das Sonnendeck – um im Bild zu bleiben – beansprucht Sellering weiter für sich. Ob für weitere fünf Jahre, wie er versichert, oder weniger, um dann an Bundesministerin Manuela Schwesig (42) zu übergeben, wie Genossen munkeln, sei dahingestellt. Die Staatskanzlei wolle die SPD verteidigen. Falls nicht, werde Sellering keinesfalls unter Caffier Minister – da sind sich die SPD-Leute sicher.

Danach sieht es derzeit auch nicht aus. Unschlagbar ist Sellering seit Jahren bei persönlichen Beliebtheitswerten. 64 Prozent der Befragten der aktuellen Umfrage sind mit seiner Arbeit zufrieden, 49 Prozent mit der Caffiers. Den Amtsbonus als Landesvater weiß Sellering bei Auftritten vor Wählern dann auch gut einzusetzen: lächeln, zuhören, nicken, Hände schütteln. Und über Erfolge seiner Regierungsarbeit reden. Das überzeugt viele: Könnte der Ministerpräsident direkt gewählt werden, würden 46 Prozent ihr Kreuz bei Sellering machen, nur 13 bei Caffier. Bitter für den CDU-Chef: Selbst 31 Prozent seiner Gefolgsleute halten Sellering für den besseren Regierungschef, 47 Prozent setzen auf Caffier. Sellering dagegen dringt bei der Frage nach dem Chef in neue Sphären vor: 81 Prozent der SPD-Wähler wollen ihn, den Münsteraner, drei Prozent Caffier, den Bodenständigen, geboren in Sachsen. Es kann nur einen geben.

Der SPD-Mann strahlt und erklärt: „Wer Erwin Sellering will, muss SPD wählen.“ Caffier blieb gestern eine Antwort schuldig. Dabei sind er und die CDU in der Zwickmühle, da sie keine wirkliche Alternative für eine Koalition haben. Eine Regierung mit AfD oder Linken schließt er aus, NPD sowieso. Würde also die CDU am Wahltag stärkste Kraft in MV, könnte dies die SPD sogar in Richtung Rot-Rot-Grün treiben, wenn rechnerisch möglich. Natürlich mit Ministerpräsident Sellering. Dann wäre der Wahlsieger Zaungast beim Regieren.

Caffier gibt von Beginn an Platz eins als Ziel vor. Denn die Hoffnung bei der CDU bleibe, klar vor der SPD zu landen, so erklären es Mitglieder. Dann werde alles anders. Denn der Frust sitzt tief bei der Union: Mit Justiz und Inneres habe die Partei die undankbaren Ministerien erhalten. Das mächtige Finanzressort sicherte sich die SPD. Das solle anders werden.

fp

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