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MV aktuell Sensation in Rostocker Klinik: Kerngesunde Drillinge geboren
Nachrichten MV aktuell Sensation in Rostocker Klinik: Kerngesunde Drillinge geboren
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00:00 13.03.2013
Im Klinikum Südstadt in Rostock schlafen Emma, Hermine und Ben (v. l.). Die Drillinge wurden am 8. März zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche geboren. Üblicherweise werden Drillinge in der 30. bis 32. Schwangerschaftswoche entbunden. Quelle: Fotos: Bernd Wüstneck/dpa, Ove Arscholl
Rostock

Im Rostocker Klinikum Südstadt sind Drillinge mit einer nach Angaben von Ärzten international noch nie dokumentierten Reife geboren worden. Die beiden Mädchen Emma und Hermine sowie der Junge Ben kamen am 8. März zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt, wie die Gynäkologin Kerstin Hagen gestern sagte. Die Mädchen hatten ein Geburtsgewicht von 2550 beziehungsweise 2650 Gramm, Ben wog 2010 Gramm. Auch die Körpergröße n seien mit 42 bis 46 Zentimetern völlig normal gewesen.

Drillinge werden laut Hagen im Durchschnitt in der 30. bis 32. Schwangerschaftswoche entbunden. „Unsere Drillinge sind keine Frühchen mehr, sie sind kerngesund“, sagte sie. Wie die Ärztin berichtete, waren der Mutter zwei befruchtete Eizellen eingesetzt worden, die beiden Mädchen seien eineiige Zwillinge.

Voller Respekt haben die Ärzte die aus Vorpommern stammende Mutter in den vergangenen Monaten begleitet und beobachtet, wie sie die stetig steigende Belastung souverän gemeistert hat. Die groß

gewachsene und mental starke 41-jährige Mutter Heike war erst am Tag vor der Geburt selbstständig in die Klinik gekommen und zuvor nur ambulant betreut worden. Drei Frauenärzte, drei Hebammen, vier Kinderärzte, vier Krankenschwestern und zwei Anästhesisten waren im Kreißsaal dabei, die Kinder kamen den Aufzeichnungen zufolge innerhalb von vier Minuten zur Welt.

Bei Drillingsschwangerschaften sei es üblich, dass die Körper der werdenden Mütter das Gewicht der Kinder nicht halten können. Der Chefarzt der Abteilung Neonatologie im Südstadtklinikum, Dirk Olbertz, sagte, dass die Mütter von Mehrlingen üblicherweise sehr viel Motivation bräuchten, um die hohen Belastungen durchstehen zu können. „Manchmal liegen Frauen wochenlang auf Station mit Wehenhemmern.“

Die Rostocker Drillinge haben mit Melina (12) und Kira (4) bereits ältere Geschwister. „Sie sind begeistert, dass es so viele sind“, erzählte die Mutter stolz. Sie bekam nach An gaben der Ärzte die Drillinge gleich nach der Geburt mit aufs Zimmer. Sie könne sie sogar stillen, „es wird einigermaßen gerecht verteilt“, sagte Olbertz. Es müsse aber etwas zugefüttert werden.

„Drillingsschwangerschaften sind für Frauen und Kinder immer ein erhebliches Risiko“, betonte Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte in Hannover. „Wir freuen uns, dass die Kinder in diesem Fall reif geboren wurden, das ist aber eine große Ausnahme und wird es auch bleiben.“ Besonders Drillinge bedeuten für die Frauen eine große Last und Anstrengung wegen der rapiden Gewichtszunahme.

Das kann Drillingsmutter Heike nur bestätigen: 20 Kilogramm habe sie in der Schwangerschaft zugenommen, erzählte die noch sichtlich erschöpfte 41-Jährige.

„Familie, Freunde und Bekannte stehen zu Hause alle in den Startlöchern, um bei der Betreuung mitzuhelfen.“

Drillingsgeburten sind selten
1966 wurde das erste Kind im Klinikum Südstadt geboren. 2005 wurden die beiden Frauenkliniken der Südstadt- und de Uni-Klinik unter dem Dach des Klinikums Südstadt zusammengelegt. Seitdem hat sie sich zur viertgrößten Geburtsklinik deutschlandweit entwickelt.

16 Drillingsgeburten wurden bislang in der Südstadt verzeichnet, die letzte am vergangenen Freitag. Erst einmal, im Jahr 2010, wurden in der Rostocker Frauenklinik Vierlinge geboren. Zwillinge kamen dafür umso häufiger zur Welt: Seit 1966 waren es 1360 Zwillingspärchen.

Maik Müller und Joachim Mangler

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